Zuhause

Mittwoch, 23.10.2013

Wir sind wieder da ^^ Der Flug war wieder unglaublich lang - ca. sieben Stunden von Singapur bis Doha/Kathar und weitere sieben Stunden bis Frankfurt. Das ganze mit Kathar-Airlines, einer der besten Airlines der Welt. Der erste Flug ist nahezu ein Leerflug, wir hätten viel Platz zum Schlafen gehabt, doch in Anbetracht von 16 Stunden Nacht wollen wir lieber auf dem zweiten Flug schlafen. Also genießen wir das Boardprogramm, Kabinenlicht mit Farbwechsel und gutes Abendessen. Der zweite Flug hingegen ist deutlich voller und leider ist auch der Komfort geschwunden, wir haben weniger Platz und können daher leider kaum schlafen. Am Frankfurter Flughafen warten dann Vater und Bruder Berghaus auf uns und bringen uns endlich nach Hause. Dort warten unsere Muttis mit einem herrlichen Frühstück auf uns alle. In Ruhe verbringen wir den Tag, ein bisschen Wäsche waschen und aufräumen und dann endlich wieder im eigenen Bett schlafen ^^

Inzwischen haben wir die erste Woche hinter uns und haben uns wieder gut eingelebt. Wir genießen Heizung, Bad und Dusche mit warmen Wasser, die große Küche, viel Platz und viel Zeit um sich gemeinsam wieder einzuleben. Einige Freunde sind während unserer Abwesenheit umgezogen, da mussten wir dann schnell mal Hallo sagen und die neuen Wohnungen gucken. Andere Freunde trafen wir alle auf einem Haufen zu einem gemütlichen Abendessen. Und auch die Familie verlangt nach so langer Zeit der Abwesenheit viel Aufmerksamkeit und Antworten auf viele viele Fragen. Maiki hat sich leider auf dem letzten Flug eine dicke Erkältung eingefangen, wie das nunmal oft der Fall ist, doch auch das geht vorbei und macht das eigene zu Hause nur noch schöner - denn immerhin waren wir auf der Reise kaum krank und zu Hause wird man schließlich auch am besten gesund. Wir denken viel an unsere Reise, deren Stationen alle so unterschiedlich und daher nicht vergleichbar sind, doch alle hatten ihren eigen Reiz und waren auf ihre Art wundervoll. Doch es war jetzt auch genug, wir haben uns so auf zu Hause gefreut.

Und an dieser Stelle nochmal vielen Dank an alle Leser, Freunde und Familie, dass ihr uns auf unserer Reise begleitet habt. Wir hoffen, dass ihr Spaß beim Lesen hattet und mit eurer Fantasie an unserer Reise teilhaben konntet.

Liebe Grüße

Maiki und Jonas

Singapur: 11. - 14. Oktober

Mittwoch, 23.10.2013

 

Hallo Singapur, hallo Sonne und Wärme ^^ Oder besser gesagt: tropische Hitze, wir kommen fast um!

Unser Flug war lang, ca. drei Stunden von Christchurch nach Sydney, dann ca. sieben Stunden nach Singapur - erst am späten Nachmittag landet unser Quantas-Flieger. Ein Flughafenshuttle bringt uns zum Hangout Hostel, wo wir unser modernes, sauberes und vor allem kühles Zimmer beziehen. Das Hostel hat Bestwertungen bei Tripadvisor, einen Aufenthaltsraum mit Kaffeecke im zweiten Stock und eine schöne, grüne Dachterasse mit Wasserfall-Fußbecken. Auch Frühstück ist dabei und WLAN. (WERBUNG!!!!!) Wir jedoch begnügen uns heute damit, zwei Straßen weiter die Garküche aufzusuchen, uns mit Reis und Nudeln auszustatten und dann auf der Dachterasse den Tag ausklingen zu lassen.

Unser HotelAusblick von der DachterasseDachterasseAbendessen aus der GarkücheGarküche

Der nächste Tag wird anstrengend, vor allem für unsere Füße. Zwar gibt es für Bus und Metro Touristentickets für 3Tage oder Prepaid für 15$, doch wir entscheiden uns fürs Laufen. Der Stadtspaziergang beginnt in Little India, wo bunte Häuser, Tempel und Banner über den Straßen für ein schönes Farbenspiel sorgen. Weiter laufen wir ins muslimische Viertel, wo wir, zumindest von außen, die große Moschee anschauen und im Schatten der bäume eine Kokosnuss trinken/essen. Dann laufen wir, an Rathaus, Parlament und Kathedrale vorbei nach Chinatown. Dort schlendern wir über einen schönen Basar, erwerben ein paar Geschenke und Souvenirs und natürlich gibt es auch wieder ein erfrischendes Getränk - ohne geht es hier nicht. Ein Stück des Weges zurück liegt die Marina Bay, wo einige architektonisch interessante Gebäude und Hotels stehen, außerdem ein Riesenrad und viele Parks. Wir zahlen 20$ p.P. und fahren auf das Dach des Marina Bay Sands Hotel. Dieses besteht aus drei Türmen, welche mit einer Art Schiff bedeckt sind. Darauf der Poolbereich des Hotels, aber auch eine abgegrenzte Aussichtsplattform für Touristen. Von hier überschauen wir Singapur, die Marina Bay und den großen Frachthafen. Und dann fahren wir doch noch ein bisschen Metro bis zur Orchard Road. Diese gleicht der Champs Elisèes und eine Luxusmarke reiht sich an die nächste. Nur gelegentlich gibt es Läden für Normalsterbliche - Esprit, Zara und natürlich H&M. Doch die Straße ist restlos überfüllt, anscheinend ist die breite, wohlhabende Mittelschicht Singapurs besonders breit und wohlhabend ^^ Wir leisten uns lediglich ein Abendessen im Restaurant zu den Goldenen Bögen (Mc's), bevor wir müde und erschöpft ins Hotel zurück kehren.

Tropische Schauer Little India Little IndiaMoscheeFlaniermeile

Am nächsten Tag stehen Strand und Sonne auf dem Plan. Wir fahren mit der Metro auf die Vergnügungsinsel der Stadt, Sentosa Island. Hier gibt es Museen, Rutschen- und Wasserparks, Hotels und und und...doch uns zieht es von den Massen der Sonntagsausflügler weg - wir wollen nur noch an den Strand. Und natürlich auch nicht an den ersten, obwohl man dadurch ein Stückchen weiter laufen muss...erst später bemerken wir, dass wir uns den Weg durch die Hitze hätten sparen können, da eine Bimmebahn kostlos von Beach zu Beach fährt...na toll ^^ Doch was solls, wir liegen am nahezu leeren Strand im Schatten der Bäume, zwischendurch stakst eine Pfauenfamilie vorbei - super genial toll! Nur das Wasser leider nicht. Wir stürmen ins langersehnte, kühle Nass...und nur sekundenspäter quietschend und kratzend wieder raus...Wasserflöhe picksen uns bis zum Abwinken. Igitt. Also zurück in den Schatten, denn immerhin bleiben uns noch Bücher, Musik, Entspannung und Schlafen, um den Tag aufs Angenehmste zu verbringen. Jedoch fahren wir ein wenig früher ins Hostel zurück, kaufen unser Abendessen in der Garküche und planschen nach dem Abendessen unter dem Wasserfall auf unserer Dachterasse herum. Haben wir heute also doch noch ein bisschen kühles Nass gehabt.

Sentosa IslandEchse

Der letzte Tag in Singapur ist auch der letzte Tag unserer Weltreise. Unser Flug geht erst am Abend und wir dürfen unser Gepäck im Hostel lassen. Also machen wir einen schönen Ausflug in den Zoo. Es gibt auch Nacht- und Bootsafari in der direkten Umgebung, doch im Reiseführer wird der Zoo als schönster Zoo der Welt beschrieben (Zitat Zoodirektoren in den 90ern) und als Wegbereiter der Freigehegen. Mit hohen Erwartungen starten wir den Rundgang und sind am Ende ein wenig enttäuscht. Wunderschön ist der Zoo in der Tat, denn die tropischen Pflanzen "dekorieren" die Gehege und schaffen zumindest ein artgerechtes Ambiente. Auch den Affen geht es sehr gut, denn sie leben tatsächlich auf Bauminseln mitten im Wald. Die Gehege der anderen Tiere sind inzwischen wohl nicht mehr als wegbereitend zu bezeichnen. Uns erscheinen sie teilweise zu klein, denn wir kennen die große Erlebniszoos in Gelsenkirchen (Zoom) oder Eindhoven (Burgers), und sogar der Kölner Zoo scheint Singapur bezüglich der Gehege überholt zu haben. Solche Ausmaße der Gehege hatten wir eigentlich erwartet. Nichtsdestotrotz genießen wir den Tag, der Zoo ist ja kein völliger Fehltritt und wirklich schön. Zurück im Hotel dürfen wir sogar noch duschen, schnappen dann unser gepäck, ein letztes Abendessen in der Garküche und dann geht es los zum Flughafen und schließlich in Richtung Heimat.  Zoo Affen in den Bäumen weiße Tiger Gepard Giraffen Tropenhaus Flughunde und Faultier Waran Schildi Schlangenhaus Elefanteninsel

Neuseeland, Südinsel: 3. -11. Oktober

Montag, 21.10.2013

Früh morgens fahren wir einmal um die Ecke zum Ableger der Blue Bridge Fähre. Die Überfahrt zur Südinsel ist doch recht passabel, schön warm, bequeme Sessel, Internet und bei strahlendem Sonnenschein auch tolle Aussichten auf die Inseln. Die Fähre legt in Picton an, einem kleinen Hafenstädtchen. Wir verlassen jedoch schnell die quirligen Straßen, die jetzt von den Fährgästen überfüllt werden. Wir fahren in Richtung Blendheim, einem sonnigen Weinanbaugebiet im nordosten der Insel. Dort genehmigen wir uns erstmal ein Mittagessen bei Subway und fahren schließlich in den grünen Hügeln zu den Schafen an den Straßenrand und machen ein Mittagsschläfchen - gut, dass wir am Morgen das bett nicht weggeräumt haben! Schließlich fahren wir weiter nach rangiora, wo wir die nächste Nacht verbringen wollen. Unterwegs noch ein kurzer Stopp bei einem Haus, welches gänzlich aus Walknochen errichtet wurde. Außerdem retten wir einen kleinen Igel von der Straße. Zunächst versucht Jonas mit einem Flipflop den kleinen Kerl ins nahe Gebüsch zu treiben. Doch das Igelchen läuft immer wieder auf die Straße zurück, sodass wir ihn schließlich mit Teller und Pulli auf die anderen Straßenseite tragen. Dort verschwindet er endlich im Busch.

Abfahrt mit der FähreAnfahrt auf die SüdinselHaus aus WalknochenIgelrettung

Am nächsten Tag steht die Fahrt in die Alpen an, das große Gebirge, das sich von Nord nach Süd über die Insel zieht. Der Arthur’s Pass, westlich von Christchurch, ist seit frühester Siedlungszeit der Verbindungsweg zwischen West- und Ostküste. Schon von Weitem sehen wir die weißen Gipfel hinter den grünen Wiesen aufragen, bis schließlich die kurvige Straße mitten hindurch führt. Das Panorama ist überwältigend und wir könnten an jeder Ecke Fotostopps machen. Bis wir schließlich im Dorf Arthur’s Pass ankommen, hat sich der Himmel aber zugezogen und dicke Regentropfen klatschen auf uns runter, als wir uns im Visitor Center nach Wanderwegen erkundigen wollen. Da es schon Nachmittag ist, nutzen wir ein kleines Sonnenfenster, um zu einem nahegelegenen Wasserfall zu laufen. Der längere Wanderweg zu einem tollen Aussichtspunkt auf die umliegenden Berge und Täler ist für den nächsten Tag geplant, wo das Wetter sich bessern soll. Nach der Besichtigung des Wasserfalls – bei der Rückkehr zum Camper beginnt es gerade wieder zu regnen – steuern wir einen DOC-Campingplatz an, wo wir die Nacht verbringen wollen.

In die BergeArthurs PassBergseeSpaziergang zum Wasserfall

Was für ein Pech, wir merken uns: Traue niemals der neuseeländischen Wettervorhersage!!! Schon die Nacht hindurch hat es immer wieder geregnet und auch am Morgen sieht es nicht so aus, als würden sich die dicken grauen Wolken von den Gipfeln verziehen. Wir versuchen unser Glück und schauen nach dem Wetter am Startpunkt des geplanten Wanderweges – Fehlanzeige, auch hier regnet es. Was also tun? Warten und hoffen, dass das Wetter sich im Laufe des Tages bessert? Wir entschließen uns dazu, das Gebirge zu verlassen und lieber auf gutes Wetter bei den Gletschern an der Westküste zu hoffen. Durch den Regen fahren wir nach Greymouth, einer der ersten Bergbauregionen Neuseelands. Hinter den Bergen (bei den sieben Zwergen) bessert sich schließlich auch das Wetter. Wir beobachten Kälbchen, die gerade erst zur Welt gekommen sind und tapsig über die Wiese eiern und machen einen Abstecher zum Lake Brunner. In Greymouth besichtigen wir noch die liebevoll nachgebaute Goldgräberstadt Shantytown mit vielen bunten Holzhäusern, alten Läden und der Originalkirche von 1860. Mit einer alten Dampflock kann man auch zum Sägewerk fahren und nebenan nach Goldnuggets sieben. Und auf unserem Campingplatz für die Nacht (direkt am Strand) dann DAS Highlight des Tages….Trommelwirbel….. ein Wirlpool J Und wie wir da so liegen verfliegt so langsam – langsam – langsam der Ärger über das schlechte Wetter in den Bergen.

Wetter am MorgenShantytown

Der näc hste Tag führt uns zunächst auf einem Ausflug, nördlich von Greymouth, zu den Pancake Rocks im Paparoa National Park. Unglaublich, dass die Felsen hier tatsächlich so aussehen, als seien dünne Steinplatten übereinander gelegt worden. Das Meer hat dann seinen Teil dazu beigesteuert und den Felsen von unten so ausgehöhlt, dass bei entsprechendem Wellengang Wasserfontänen durch Felsspalten hoch schießen. Ein toller Anblick. Wir fahren dann wieder die Strecke zurück in den Süden von Greymouth in Richtung Franz Josef Gletscher. Wir halten kurz im Städtchen Hokitaka, einem Zentrum für Jadekunst und machen unser Lunch. Der nächste Halt ist im Dorf Okarito, kurz vor den Gletschern. Hier führt ein kürzerer Wanderweg durch wunderschönen Regenwald auf den170m hohen Okarito Trig, von dem man einen wundervollen Ausblick auf die Southern Alps und den Gletscher auf der einen Seite, und den Strand auf der anderen Seite hat. Wir können uns kaum losreißen, zumal die Sonne wieder scheint und die weißen Gipfel von Mount Cook, Mount Tasman und Co beleuchtet. Doch wir müssen noch vor der Dunkelheit das Dorf Franz Josef erreichen, weshalb wir uns von dem Panorama losreißen und die letzten Kilometer zurücklegen. Am Campingplatz dann noch eine Überraschung – unter Berücksichtigung des überwiegend jungen Publikums veranstaltet der Betreiber einen All-you-can-eat Abend mit Pommes, Knoblauchbrot und Pizza, dazu ein Getränk…für 15$ pro Person!!!! Der Wahnsinn, Jonas ist im siebten Himmel und hinterher fallen wir beide vollgefressen und müde in die Heia.

 

Pancake RocksHokitika

Spaziergang in OkaritoAusblick auf die Lagune Ausblick auf den Gletscher All You Can Eat

Der Morgen ernüchtert uns dann wieder, obwohl wir es ja jetzt inzwischen besser wissen müssten – es scheint nicht die Sonne, obwohl das laut Vorhersage so sein sollte. Und dann an der Information die Hiobsbotschaft: Der Haast-Pass, über den wir am Abend oder nächsten Morgen die Alpen im Süden verlassen wollen, ist zum ersten Mal seit Wochen wieder geöffnet, wird aber vermutlich nicht lange so offen bleiben - im schlimmsten Fall gerade mal bis zur kommenden Nacht. Es stellt sich also wieder mal die Frage, was wir jetzt tun??? Riskieren wir es und verbringen den Tag wie geplant mit einer geführten Gletschertour? Wird der Pass jedoch wieder geschlossen, müssen wir von früh bis spät über den Arthur’s Pass und Christchurch in den Süden den Insel fahren, was uns einen ganzen Tag kosten würde und alle weiteren Pläne zunichte macht. Wir entscheiden zugunsten des Südens und können dafür wieder einen Tag in Bergen nicht so verbringen, wie wir es gerne täten. Anstelle der geführten Tour über den Gletscher tritt der selbstgeführte Spaziergang zum Fuße der Gletscher. Als erstes laufen wir zum Franz Josef Geltscher, dann, wenige Kilometer entfernt, zum Fox Gletscher. Beide Spaziergänge brauchen ca. eine Stunde Rundweg, doch man geht ja nicht zu einem Gletscher, um gleich wieder umzudrehen. Schon gar nicht, wenn bei unserem (hoffentlich) nächsten Urlaub in Neuseeland vermutlich nichts mehr von diesen eisigen Giganten übrig sein wird. Schon am Wegesrand verweisen immer wieder Schilder auf die früheren Ausmaße des Eises. Und steht man dann vor der Sicherheitsabsperrung und bestaunt die Eisberge und ihren bläulichen Schimmer, kann man die Augen wirklich nicht mehr vor der Erderwärmung verschließen und erkennt, wie unendlich Schade es um solche beeindruckenden Naturphänomene ist. Es ist ja nicht so, als würde wir persönlich die Augen gänzlich davor verschließen und auch in Deutschland und anderen Ländern bemüht man sich ja um Schadensbegrezung, aber in Anbetracht der Eisschmelze, wie wir sie hier sehen, ist es eben wirklich nur das Bemühen. Wir bemühen uns jetzt hingegen, noch vor 18Uhr den Pass zu erreichen, welcher dann (vorerst) für die Nacht geschlossen wird. Um kurz nach 17Uhr kommen wir in Haast an und…..stehen vor einer Absperrung!!! Man brauche ja schließlich eine Stunde Fahrtzeit über den Pass, daher würde auch eine Stunde vor Sperrzeit geschlossen – so erklärt es uns der unbarmherzige Wachmann. Mit tausendfachen Verwünschungen gegen den armen Mann, der sich ja nur an seine Vorschriften hält – aber noch hundertmal mehr Flüchen gegen die blöde Kuh von der Touristeninformation, die uns mehrfach versicherte, wir hätten wirklich genug Zeit für die Spaziergänge und die Fahrt nach Haast, um bis 18Uhr den Pass überqueren zu können, geben wir schließlich verzweifelt auf. Uns bleibt jetzt nichts anderes übrig als die Nacht auf einem teuren Campingplatz in Haast zu verbringen und zu beten, dass der angesagte Regen für die Nacht nicht wieder den gesamten Pass verschüttet und wir den Weg zurück fahren müssen. Und dann ist auch noch Whirlpool auf diesem teuren Campingplatz im letzten Sturm kaputt gegangen und Internetempfang hat man in diesem Kaff sowieso nicht. Die Stimmung sinkt auf unter Null. Da vergeht auch die Lust aufs Abendessen, weshalb es bloß Milchreis und Obst aus Dosen gibt, der – wenigstens das – super mega wunderbar schmeckt.

 Franz Josef Gletscher Fox Gletscher

Nach so viel Pech muss man auch mal Glück haben – am nächsten Morgen ist der Pass wieder geöffnet…also nichts wie rüber!!! Unendlich erleichtert fahren wir in aller Herrgottsfrühe die Bergstraße entlang und können endlich das Panorama wieder genießen. Deutlich wird auch die Stelle, die wochenlang durch Erdrutsche verschüttet war – mehrere Baufahrzeuge arbeiten hier daran auch die zweite Fahrspur zu räumen und hektischer Bauarbeiter winken die Autos und Camper durch die offene Schneise. Schließlich lassen wir die Alpen hinter uns, die Sonne kommt raus und wir fahren an wunderschönen Seen entlang – Lake Haewa und Lake Wanaka. An letzterem wurde für HdR die Szene gedreht, in welcher Gandalf auf dem Rücken des Adlers von Isengart flieht. In Wanaka selbst empfiehlt man „Puzzling World“ – ein Museum voller Illusionen (schiefe Räume, bewegte Gesichter, Mobilee’s etc.) und Denkspiele, dabei natürlich auch ein kniffliges Labyrinth. Weiter geht es in Richtung Queenstown, unserem Tagesziel. Auf dem Weg gibt es wieder HdR-Szenen des Flusses Anduin zu sehen, unter anderem die Argonath. Im kleine Örtchen Arrowtown dann weitere Szenen: Im hiesigen Flussbett verfolgen die schwarzen Reiter Frodo und Arwen, ein Stückchen weiter wird Isildur vom Ring verraten und von Pfeilen durchlöchert. Und schließlich erreichen wir Queenstown und finden tatsächlich einen günstigen Campingplatz (QBox Camping), fußläufig zum Stadtzentrum. Ein langer Tag geht zu Ende, wir sind müde und erledigen nur noch den dringend notwendigen Einkauf für die vor uns liegende, letzte Woche unseres Neuseelandaufenthaltes, bevor wir ins Bett fallen.

Lake Haewa Lake WanakaPuzzling World in Wanaka das Labyrint  Argonath am Anduin Arwen flieht vor den schwarzen Reitern

Wieder schmeißen wir unsere Pläne über Bord…aber dieses Mal im positiven Sinn. Am Morgen scheint die Sonne vom Himmel, als wolle sie alles wieder gut machen, was uns in den Bergen fehlte. Also bemühen wir uns, unsere Pläne für Queenstown an diesem einen schönen Tag umzusetzen, anstatt an zweien. Als erstes erkundigen wir uns nach Paragliding-Touren. Queenstown brüstet sich ja damit, man könne über 120 Aktivitäten vornehmen. Auf der bisherigen Reise hier haben wir schon diverse Bungeesprünge und Schwungleinen beobachtet, vorwiegend über den Schluchten des „Anduin“ (ist natürlich nicht immer derselbe Fluss, aber das Panorama dort ist immer spitze). Paragliding hingegen wurde uns von einer Bekanntschaft auf Fidschi empfohlen und auch uns erscheint das Preis-Leistungs-Verhältnis hierbei (189$ bei „Tandem Paraglinding““für 15 Minuten) im Gegensatz zu Bungee u.ä. (über 200$ für wenige Sekunden) vernünftiger. Wir bekommen noch Plätze um 15Uhr am Coronet Peak (1646m), einem Berg nur 20 Minuten Autofahrt von Queenstown entfernt. Bis dahin können wir uns in aller Ruhe die Stadt angucken. Wir starten mit einer Fahrt in der Skyline Gondula, der steilsten Seilbahn der Welt. Sie fährt uns 762Meter hoch auf den Bob’s Peak, direkt über der Stadt. Hier oben befinden sich Souvenirläden, ein Panorama-Restaurant, eine Seifenkistenbahn mit zwei rasanten Strecken und natürlich eine Aussicht, die sich gewaschen hat. Unter strahlend blauem Himmel liegt die Stadt am Ufer des Lake Wakatipu, des längsten Flusses Neuseelands, dahinter die über 2000Meter hohe, weiß bestäubte Bergkette „The Remarkables“ und natürlich viele grüne Wiesen mit weißen Punkten (Määääh) – wunderschön!!! Scheinbar ewig stehen wir an der Brüstung der Aussichtsplattform und lassen den Blick schweifen. Dann gehen wir zur Seifenkistenbahn hinüber, wo wir für zwei Runden gezahlt haben. Die erste Strecke nennt sich Panoramastrecke und führt in seichten Kurven einen Hang hinab – zum Einfahren sozusagen. Mit eienr kleienn Seilbahn geht es wieder an den Start und es folgt die Abenteuerstrecke mit Haarnadelkurven, Tunneln und Bodenwellen. Klingt nach Spaß und macht auch Spaß! Und zur Belohnung gibt es hinterher noch ein dickes fettes Eis mit Aussicht ^^ Wir fahren schließlich mit der Gondel wieder runter in die Stadt und bummeln gemütlich durch Beach Street, Hafenpromenade und Camp Street, bis es Zeit wird, den Treffpunkt mit Tandem Paragliding anzusteuern. Gemeinsam mit unseren Piloten und zwei Chinesen fahren wir in einem Van auf den Coronet Peak. Hier werden nach und nach die Schirme (für uns) und Gleiter (für die Chinesen) vorbereitet, wir in unser Geschirr gepackt und dann folgt…Para-waiting (haha, Witz vom Piloten), denn der Wind kommt nicht aus der gewünschten Richtung. Doch schließlich heben wir ab, Maiki zuerst, es folgen Jonas und dann die Chinesen im Hang-Gleiter. Der Flug ist viel angenehmer als man vielleicht vermutet. Das umgeschnallte Geschirr mit Rucksack entpuppt sich als Sitz, in welchen man sich nach dem Start setzen kann. Was dann kommt ist wie Flugzeug fliegen ohne Flugzeug ^^ gemächlich gleitet man dem Boden entgegen, genießt die herrliche Aussicht und macht zwischendurch ein paar Fotos und Videos mit dem Piloten. Unten landen wir auf einem großen Feld, wo wir im angrenzenden Cafe auf den Van warten und schonmal unsere Fotos gucken können. Videos kosten extra, aber das ist es schon wert. Blöd nur, dass wir schlussendlich den ganzen Spaß erst nicht bezahlen können. Zwar war uns schon länger klar, dass unser Geld gerade knapp wurde und wir haben auch entsprechende Vorkehrung getroffen, doch unsere Banken scheinen ziemlich langsam zu arbeiten. Zurück in der Stadt heben wir also Stück für Stück den fälligen Betrag ab – puh, Schwein gehabt – und lassen dann auf dem Campingplatz diesen wunderschönen Tag mit deutscher Küche (Blumenkohl, Kartoffeln und Sauce Hollondaise) ausklingen. Perfekt!

 Queenstown Seilbahn Ausblick aus der Gondel Ausblick auf Queenstown, die Remarkables und den See Blick auf den Coronet Peak

Am nächsten Morgen fahren wir am See entlang mit dem Ziel Te Anau im Südwesten der Insel. Unterwegs sehen wir wieder einige HdR-Drehorte: Den Berg auf dem Boromir stirbt, das Buschland, in dem Gollum, Frodo und Sam die Ollifanten sehen und sich über garstige Bratkartoffeln streiten und nochmal ein Stück Anduin. In Te Anau finden wir schließlich einen schönen Campinplatz direkt an einem wunderschönen Bergsee. Hier wollen wir die nächsten Nächte bleiben. Wir buchen noch schnell eine Bootsfahrt für das Fjordland in Milford Sound, bevor wir dann früh ins Bett gehen.

 

 Ollifanten Behalte garstige Bratkartoffeln Richtung Te Anau süüüüß nochmal Anduin Blick vom Campingplatz

Wieder einmal früh aufstehen, denn bis Milford Sound muss man noch über eine Stunde durch die Fjorde fahren. Leider spielt - wieder einmal - das Wetter nicht mit, denn Nebel und Nieselregen stören die Sicht auf die Berggipfel. Doch lange halten wir es trotzdem nicht in dem warmen Aufenthaltsraum des Schiffes aus. Unter einem kleinen Vordach drängen wir uns zusammen und bestaunen die steilen Felswände, Wasserfälle und sogar ein paar Robben. Denn trotz Nebel kann man die Ausmaße schon erahnen und die Landschaft dennoch genießen. Und drinnen warten Suppe und heiße Getränke auf uns, sodass wir uns auch wieder aufwärmen können. Auf der Fahrt im Camper zurück nach Te Anau wird schließlich auch das Wetter etwas besser, der Nebel lichtet sich und wir sehen die Berggipfel, Seen und weite Wiesen.

Bootsfahrt in Milford Sound Kea frisst unsere Dichtung

 

Am nächsten Morgen dann der Schreck: Die Banken haben immer noch kein Geld überwiesen und wir sitzen jetzt tatsächlich in der tiefsten Pampa am Ende der Welt fest. Doch wir wissen uns zu helfen. Maiki quatscht einfach ein junges deutsches Pärchen am geldautomaten an. Super hilfsbereit lassen sie sich von Jonas' Girokonto Geld überweisen und heben den entsprechenden Betrag für uns am Automaten ab. Damit kommen wir immerhin aus der Pampa raus und über die nächste Nacht. Wie fahren also sofort zur Tanke und dann nichts wie los. Nur wenige Kilometer von Te Anau entfernt führt eine längere Schotterstraße in die Wiesen. Dort finden wir zwei Drehorte des Fangornwaldes, sowie den Kiesstrand am See (Mavora Lakes), an dem die Gefähren mit den Elbenbooten anlegen und Frodo und Sam die Gemeindschaft verlassen. Hier hat man dann tatsächlich das Gefühl, es würden jeden Moment Horden von Orks aus den Büschen brechen. Auf dem Rückweg laufen uns ein paar kleine Lämmchen vors Auto, die wir dann in einer kleinen Treibjagt durch die Lücken im Zaun auf ihre Weiden zurück scheuchen. Verrückte kleine Kerlchen ^^ Wir fahren weiter, wollten ursprünglich nach Dunedin an die Ostküste. Doch wir entschließen uns dazu, noch einen Schlenker in den Süden zu fahren, von wo eine tolle Panoramastraße nach Dunedin führen soll. In Invercargill, der südlichsten Stadt Neuseelands (Stadt, nicht Dorf!), verbringen wir dann die nächste Nacht.

  Fangorn Wald See wo Elbenboote anlegen

Am nächsten Tag schlagen wir über die Panoramastraße den Weg nach Dunedin ein. Es schauert zwar zwischenzeitlich sehr stark und sogar ein Hagelschauer geht auf unseren Camper nieder, doch die Panoramastraße hält was sie verspricht. Wir fahren an Küstenstraßen entlang und durch Nationalparks in den Bergen, aber auch wie immer an tausenden Wiesen voller Schafe und Rinder entlang. Schließlich kommen wir am Nachmittag in Dunedin an. Wir stellen unser Häuschen auf dem Supermarktparkplatz ab und schauen uns die überschaubare Innenstadt an: Das Gericht, den alten Bahnhof und das Octagon, ein großer Kreisverkehr mit Grüninsel, der von Kunstagllerie, Rathaus, Bibliothek und Kirche gesäumt wird. Und dann heißt es warten, dass in Deutschland Tag wird und die Banken doch endlich mal geld rüber wachsen lassen. Wir verbringen die Wartezeit in der Bibliothek, wo es kostenfreies Internet in bequemen Sitzecken, und vor allem Wärme gibt. Um 20Uhr ist es dann soweit: Jonas' Bank hat gearbeitet, sodass wir eeeendlich für die letzten Tage Geld abheben können - vor allem für die nächste Nacht.

vor DunedinSpaziergang zum WasserfallKüstenstraße Bahnhof Gerichtshof Kathedrale

Wir verbringen einen weiteren Tag in Dunedin. Als erstes fahren wir zum einzigen Schloss Neuseelands, Schloss Larnach, auf der Otago Halbinsel. Dieses gehörte früher allerdings keinem britischen Lord, sondern lediglich einem Emporkömmling aus der Finanzwelt, der drei Frauen verschlissen und seine Kinder mit immer neuen Anbauten am Schloss und ordentlich Knete bei Laune gehalten hat. Doch das Schloss kann sich dennoch sehen lassen. Auf drei Etagen mit Wintergarten und Türmchen erstreckt sich das Anwesen, außerdem mehrere schöne Themengärten. Und vor allem die Aussicht auf die Bucht vor Dunedin ist wunderschön. Im Anschluss an den Schlossrundgang fahren wir zurück nach Dunedin, wo wir die Schokoladenfabrik von Cadburry besichtigen. Von deren Schokolade können wir momentan kaum genug kriegen, obgleich man ja immer meint, außerhalb mitteleuropäischer Länder könne man keine leckere Schoki bekommen - na gut Cadburry ist englisch, zählt das? Jedenfalls werden wir auf der Führung durch die duftenden Hallen mit reichlich Naschproben versorgt - Riegel, Pralinen und sogar heiße, flüssige Schoki - wir sind im siebten Himmel, Schokolade macht ja soooo glücklich ^^ und dann gehts wieder auf die Panoramastraße, weiter in Richtung Christchurch. Wir fahren heute bis nach Temuka. Auf dem Weg jedoch machen wir Pause an den Moerkai Boulders, wo riesige, Erdbodenhebung und Wellen geschaffene Steinkugeln am Sanstrand liegen. Außerdem schauen wir uns Nistplätze von Blauen Pinguinen in Oamaru an.

Schloss Larnach     Cadburry Fabrik Kakaobohnen   Boulders Beach Pinguin Apartments Blaue Pinguine

Die letzte Etappe nach Christchurch fahren wir über die HdR-Szene von Edoras, die Hauptstadt des Königreiches Rohan. Dieser Drehort liegt weiter im Landesinneren vor den Alpen. Mount Sunday ist ein kleiner Hügel mitten in einem weiten Talkessel vor den verscheinten Bergen. Der Weg dorthin führt allerdings über eine 20km lange Schotterpiste. Wir ignorieren aber mal wieder das Verbot der Campervermietung und legen die Strecke zurück. Im Tal angekommen kann man von einem Parkplatz aus die letzten Meter zum Hügel zu Fuß zurück legen. Der Fußweg führt uns über Bäche und Kuhwiesen, bis wir schließlich auf der Plattform ankommen, wo König Theoden über sein Land gucken konnte. Das Panorama hier wird zu einem der Highlights unserer Reise. Weit blickt man über die Wiesen zu Fuße des Hügels, die ganze Szenerie ist von den weißen Bergen umrahmt - exakt so, wie es in den Filmen zu sehen ist. Wir sind begeistert, der lange Weg hat sich wirklich gelohnt. Und so fahren wir jetzt bloß noch die letten Kilometer nach Christchurch, suchen einen Campingplatz in der Nähe der hiesigen Campervermietung und beginnen unsere letzte Nacht in unserem kleinen, fahrenden Heim.

  Schneeeeee ^^ Edoras, Hauptstadt von Rohan   Camper im Schlafzustand

An unserem letzten Tag in Neuseeland starten wir erstmal in aller Ruhe, packen unsere Koffer, putzen ein wenig, dumpen Schmutz- und Frischwasser und fahren schließlich zur Tanke, um Benzin und Gas wieder aufzufüllen. Und dann heißt es Abschied nehmen. Gänzlich zu empfehlen ist Happy Campers sicherlich nicht - dafür hatten wir zu viele Probleme mit unseren zwei Campern. Doch der zweite Camper wurde uns ein kleines, gemütliches Zuhause und war tausendmal besser und günstiger als Auto und Hotels. Gleich neben der Campervermietung mieten wir für den letzten Tag einen Kleinwagen. So können wir nach Christchurch reinfahen und gleichzeitig unser Gepäck kostnegünstig verstauen - unser Flug nach Singapur geht nämlich um 4Uhr morgens und im Flughafen darf man nur gegen Gebühr von 5$ im Sitzen (!) schlafen. Also ab gehts ins Stadtzentrum, wo wir das Auto einige Minuten vom Kathedralplatz entfernt abstellen. Wir laufen am Fluss entlang ins Zentrum und...stehen vor Ruinen. Das Erdbeeben von 2011 ist immer noch in großem Außmaß sichtbar. Das war uns nicht bewusst, wir hatten uns nirgendwo informiert, ehrlich gesagt auch garnicht daran gedacht. Doch die Spuren sind unübersehbar. Die komplette Fußgängerzone ist geschlossen, alle Souvenirläden, Restaurants und Geschäfte geschlossen, große Baukräne reißen einsturzgefährdete Häuser ein und Bagger räumen Geröll zur Seite, andere Gebäude zeigen große Risse in der Fassade und sind sicherlich die nächste, die eingerissen werden. Am schlimmsten trifft einen der Anblick der berühmten Kathedrale. Schon der Vorplatz soll früher der Treffpunkt der Bevölkerung gewesen sein, jetzt ist er wie ausgestorben und die Kirche ist völlig zerstört. Der Turm ist eingestürzt, ebenso die vordere Fassade und Teile des Daches. Ein trauriger Anblick. Auch wenn man die Hauptstraße hinunter geht, in Richtung des Museums und des Botanischen Gartens, sieht man überall alte beschädigte Gebäude, die durch Stahlträger gestützt werden und mit Brettern vernagelt sind. Allerdings ist das Museum geöffnet und darüber hinaus noch ein wirklich sehenswertes. Angrenzend liegt der Botanische Garten, wo die Frühlingsblumen in voller Blüte stehen. Immerhin etwas, das man in dieser Stadt sehen kann. Wir laufen weiter zu den Einkaufszentren, doch obgleich es erst 17Uhr ist, sind schon alle Läden geschlossen oder im Inbegriff zu schließen. Nichtmal die Imbissbuden sind noch offen und uns knurrt so langsam der Magen. Später wollen wir ins Kino, um den Abend sinnvoll rumzukriegen. Dafür fahren wir in einen anderen Stadtteil und dort befindet sich das Kino in einem Einkaufszentrum, dass sogar bis 21Uhr geöffnet hat. Endlich etwas zu essen und danach schauen wir uns "Gravity" auf 3D an. Spät fahren wir dann in eine ruhige Seitenstraße nahe des Flughafens. Wir versuchen ein wenig zu schlafen, bevor Jonas dann um 3Uhr morgens seine Maiki samt Gepäck am Flughafen raus schmeißt, das Auto zum Verlei zurück fährt und dann zu Fuß nachkommt. Auf Wiedersehn Neuseeland, auf Wiedersehen Regen und Kälte. Es war trotzdem eine wahnsinnig tolle Zeit!

Rathaus von Christchurch Museum und Botanischer Garten   Kiwi zerstörtes Stadtzentrum Kathedrale verlassene Einkaufsstraße Kontainer als Ausweichgeschäft Viktoria Turm

Neuseeland, Nordinsel: 18. September - 3. Oktober

Montag, 23.09.2013

Nach rund drei Stunden Flug landen wir dann in Auckland und holen natürlich als erstes unseren kleinen süßen Camper bei Happy Campers ab. Und dann wagt sich Jonas als erster in den Linksverkehr und macht sich echt gut. Wir kaufen zunächst ein paar Vorräte und steuern dann bereits den ersten Campingplatz an. Die erste Nacht verbringen wir erstaunlich gut auf unserer zum Bett umgebauten Sitzbank.

 unser Camper 

Und am nächsten Morgen geht es frisch und ausgeruht in die Innenstadt von Auckland. Wir parken am Hafen, da es nicht so viele Möglichkeiten für Camper gibt. Wir wollen grad das Ticket lösen, als ein netter Herr uns seines in die Hand drückt „Flatrate Parking today.“ Na das fängt ja wunderbar an, dann kann’s ja gleich losgehen. Wir gehen zu Fuß zur St. Patrick’s Cathedral, die versteckt zwischen den Bürotürmen steht. Die kleine gotische Sandsteinkirche wartet mit einem ansprechenden Innenraum auf: Holzschnitzereien der Maori, bunte Fensterbilder, kein großer Schnickschnack aus Gold und dazu ein tolles Orgelspiel. Nach einigen Minuten gehen wir weiter zum Skytower, der, im Gegensatz zur kleinen Kathedrale, alle anderen Gebäude bei weitem überragt (328m). Schon von unten sehen wir die Seile, an denen Skydiver sich von oben in die Tiefe stürzen. Ein Fahrstuhl mit Glasboden bringt uns auf die erste Plattform kurz unter den wagemutigen Springern. Ein Timer über den Panoramafenstern zeigt die Zeit bis zum nächsten Sprung und viele Besucher warten neugierig mit der Nase an der Scheibe darauf. Blitzschnell fallen die Springer dann vor unserer Nase vorbei und wir schauen ihnen hinterher, bis sie auf einer Plattform am Boden landen. Dann starten wir unseren Rundgang auf der Plattform und genießen die grandiose Aussicht über Auckland und die Bucht. Ein weiterer Fahrstuhl bringt und eine Ebene über die Skydiver und wir können neben der Aussicht auch sie bei den Vorbereitungen beobachten. Wieder am Boden laufen wir vorbei am Theater und der Town Hall, über die Flaniermeile Queens Street und am Ferry Builing vorbei zurück zum Parkplatz, wo wir das geschenkte Ticket natürlich weitergeben. Jetzt fahren wir zum Auckland Museum, wo auf drei Ebenen über die Völker Polynesiens, die Natur Neuseelands und Kriege informiert wird. Dabei hat man die perfekte Mischung aus klassischer und interaktiver Informationsverarbeitung gefunden, was das Museum allemal sehenswert macht. Und wir haben den perfekten Zeitpunkt für einen Museumsbesuch gewählt, denn es hat scheinbar die ganze Zeit wie aus Eimern geschüttet, wohingegen vorher die Sonne schien. Wir wollen heute noch ein ganzes Stück Wegstrecke in Richtung Bay of Islands zurücklegen und fahren daher noch eine ganze Weile bis weit nach Einbruch der Dunkelheit durch die Berge bis nach Paihia. Im Nachhinein war das ziemlich blöd, da wir die Landschaft auf dem Weg gar nicht sehen konnten.

 Auckland Kathedrale Skytower Ausblick vom Skytower Blick durch Glasböden nach unten Blick durch Glasböden nach unten Rathaus Auckland Museum

Doch am nächsten Morgen zeigt sich die Bucht mit vielen vielen kleinen Inseln in ihrer ganzen Schönheit. In direkter Nachbarschaft liegt das Waitangi National Reserve. In diesem Dorf hat der britische Gesandte James Busby 1840 einen Vertrag mit 46 Maoristämmen geschlossen, welcher Neuseeland zur Kolonie und die Maori zu britischen Staatsbürgern machte. An diesem Ort erinnern heute das restaurierte Wohnhaus von Busby, ein Versammlungshaus und ein Fischerdorf der Maori und ein riesiges Kanu an das historische Ereignis. Wir fahren anschließend weiter nach Kerikeri. In dieser Kleinstadt scheint die Zeit stehen geblieben zu sein. Im Ortskern findet man das älteste Steinhaus, sowie das älteste Holzhaus Neuseelands. Im Steinhaus befindet sich seit jeher ein Tante Emma- Laden, der heute eine bunte Mischung aus alten Wahren (Nägel, Bürsten, Einmachgläser, Stoffe, Holzspielzeug) und neuen (Handarbeiten, kleine Geschenke) anbietet, bzw. ausstellt. Eine Dame in historischer Kleidung führt zahlende Besucher durch das obere Stockwerk. Ein kleiner Rundweg führt von den Häusern aus am Hafen vorbei auf einen Hügel, auf dem früher eine Festung der Maori stand. Jetzt bietet sich „nur noch“ ein malerischer Blick über den Hafen und die alten Häuser. Wir setzten uns wieder ins Auto und fahren noch mal eine weitere Strecke bis ganz in den Norden der Insel. Hier wollen wir die Nacht auf einem Doc-Campingplatz (Department of Conservation) direkt am Strand verbringen. Diese Campingplätze werden vom Naturschutzbund betrieben, sind sehr einfach und sehr günstig.

   Haus von Busby Versammlungshaus Kriegsschiff der Maori ältestes Steinhaus ältestes Holzhaus das Dorf

Uns reicht es für die eine Nacht und der Blick am Morgen auf das Meer hinaus ist wundervoll. Diesen abgelegen Ort haben wir nicht ohne Grund für die Nacht ausgesucht, denn er liegt ganz in der Nähe vom Cape Reinga. In den Maori-Legenden heißt es, dass die Seelen der Verstorbenen von hier auf die Reise ins sagenumwobene Land Hawaikii aufbrechen, von dem das Volk ursprünglich entstammt. Passenderweise säuseln wehmütige, übernatürlich erscheinende Laute durch die Luft, wenn man das Eingangstor zum Cape Reinga passiert. An den Klippen steht auch ein kleiner Leuchtturm, – wieder eine Legende der Maori – von dem der ersten Häuptling weissagte, irgendwann würde ein Licht seinem Volk den Weg weisen. Wir wandern hier den Dünenpfad entlang, schauen auf die Klippen und das Meer…oh das Meer sieht aber komisch aus – hier am Cape treffen Pazifik und das Tasmanische Meer aufeinander, was das Wasser an der Stelle aufwühlt, an der die Wellen aus verschiedenen Richtungen aufeinander prallen. Ein faszinierender Anblick. Doch wir müssen weiter. Bis zum Abend wollen wir im Waipua Kauri Forest sein, wo viele der ältesten und größten Kauri-Bäume stehen – die neuseeländischen Baumriesen. Da reicht die Zeit unterwegs nur für einen kurzen Stopp am 90Miles Beach. Doch leider regnet es gerade jetzt wie aus Eimern, sodass wir das berühmte Strandpanorama gar nicht richtig sehen und genießen können. Wir sammeln bloß ein paar Muscheln und flüchten uns dann zurück in unseren trockenen Camper….hmmmm, von wegen trocken. Am Rückfenster tropft es ordentlich rein. Der Plastikbecher, den wir während unserer Mittagspause darunter stellen, füllt sich beunruhigend schnell, sodass wir schon jetzt einen Stopp in Auckland bei Happy Campers einplanen. Jetzt aber weiter zu den Kauribäumen. Die Fahrt dorthin zieht sich leider in die Länge, denn wieder einmal besteht die Straße fast nur aus Serpentinen und je dunkler es wird, umso langsamer kommen wir voran. Doch irgendwann erreichen wir den Doc-Campingplatz ein paar Meilen außerhalb des Nationalparks, einer der wenigen mit heißen Duschen, Küche und Strom für den Camper. Bloß doof, dass der Strom nicht geht, weder an unserer Steckdose, noch an der unserer Nachbarn – ein weiterer Grund, nach Auckland zu fahren. Sind es also schon drei Problemfälle, denn nebenbei ist unser Kühlschrank das reinste Eisfach geworden und hat Milch, Tomaten usw. gefrostet.

  Cape Reinga Meere treffen aufeinander Maori-Seelen springen vom vordersten Felsen 90Mile Beach

Am nächsten Morgen beginnen wir mit einem kürzeren Spazierweg durch den Wald. Die Neuseeländer bezeichnen diese Wälder als Busch, wir würden es aber eher als Regenwald bezeichnen, auch wenn die Temperaturen nicht so ganz dazu passen wollen. Doch wir sehen Riesenfarne, Lianen und Kletterpflanzen und natürlich die riesigen Kauribäume. Die sind vielleicht nicht ganz sooo riesig wie die Sequoias, aber dennoch beachtlich groß und dick. Ein deutsches Pärchen – hier wimmelt es überall von Deutschen – hat in diesem Wald sogar einen Kiwi gesehen. Wir sehen leider keinen, doch wir haben auch nicht all zu viel Zeit zum Warten und Suchen, da wir ja noch nach Auckland müssen. Dort haben wir unseren Besuch schon angekündigt und nach einigem Hin und Her entscheidet sich die gute Molly dafür, uns einen neuen Camper zu geben. Wir müssen also mit Sack und Pack umziehen und sind doch erstaunt, wie lang man braucht, um Klamotten und Lebensmittel aus einem kleinen fahrenden Zimmer zu räumen. Der neue Camper ist etwas geräumiger und praktischer geschnitten, hat dafür aber weder Ofen noch Mikrowelle. Und nach dem Umzug wollen wir jetzt noch versuchen, so viel Strecke wie möglich zwischen uns und die große Stadt zu bringen. Die nächsten Tage wollen wir auf der Coromandel Halbinsel verbringen. Eine der ersten Ortschaften dort ist Thames, wo wir einen Campingplatz suchen. Doch dann die Vollbremsung, denn auf einem gewöhnlichen Parkplatz am Straßenrand stehen mehrere Campingwagen. Also: U-turn und nachschauen und tatsächlich – nachts können Camper mit eigener Toilette dort kostenlos parken. Umso besser, denn das wir unser Töpfchen nicht benutzen wollen, weiß ja niemand. Eine öffentliche Toilette ein Stück die Straße runter tut es auch für eine Nacht.

  Kauribaum

Am nächsten Tag fahren wir dann … nein von fahren kann erstmal keine Rede sein, denn das gute Auto springt nicht an. Wieder rufen wir Molly von Happy Camper an, die uns in die nächste Werkstatt zwei Straßen weiter schickt – wohin wir nach der Starthilfe auch fahren. Der typische Werkstatt-Hippie eröffnet uns: Eine Tür schließt nicht, weshalb das Türlicht die Batterie auffraß und die andere Batterie für den Strom im Camper ist „shit“ und wir kriegen ne neue. Jetzt läuft die Kiste wieder und wir können bei herrlichstem Sonnenschein die wunderschöne Küstenstraße von West nach Ost entlang fahren, durch kleine Dörfer und an Stränden vorbei und schließlich wieder durch die grünen Hügellandschaften bis nach  Whangapoua .Vom hiesigen Strand gibt es einen Zugang zu einem der 10 schönsten Strände der Welt, „New Chums Beach“ Der führt allerdings erst durch einen kalten, kniehohen Fluss, der hier am Strand ins Meer fließt, und dann über große Steine und durch den Busch. Ein kleines Abenteuer und ein schönes Erlebnis. Der kleine, sichelförmige Sandstrand, der sich schließlich in der Sonne vor uns erstreckt toppt aber alles. Nur drei weitere Leute tauchen hier zwischenzeitlich auf, Maiki sucht große und schöne Muschel und Jonas springt sogar für 10 Sekunden in die Wellen. Auf dem Rückweg hat die Flut schon weite Teile des örtlichen Strandes geschluckt und im Fluss werden wir schließlich samt Hosen so richtig nass. Aber es ist glücklicherweise nicht mehr weit zum Campingplatz für die nächste Nacht. Auch der liegt direkt am Deich und ein kleiner Strandspaziergang am Abend rundet den Tag ab.

 New Chums Beach

Am nächsten Morgen gibt es erstmal ein ausgedehntes englisches Frühstück mit Bacon, Eiern und Bohnen, bevor es dann gestärkt wieder an die schönen Strände geht. Der Hot Water Beach ist ein echtes Highlight. Man friert zwar auf dem Weg dorthin und zurück zum Auto, doch man kann tatsächlich am Strand graben, woraufhin heiße Quellen aus dem Boden sickern. Dann muss man sich nur noch reinlegen und kann ganz gemütlich entspannen, während es immer wieder mal ein bisschen nieselt und viele Japaner mit ihren Kameras herum laufen ^^ Nein, so ironisch sich das anhört, es ist wirklich super schön! Nachdem wir uns dann vom kalten Weg zurück zum Camper erholt haben fahren wir zur Cathedral Cove. Dorthin führt ein rund 40 minütiger Fußweg durch die Dünen vom Parkplatz in Hahai. Die Bucht ist bei Ebbe ein ganz besonderer Stopp, denn dann kann man durch einen Bogen/ Tunnel in der Felswand hindurch laufen und sich dahinter an den schönen kleinen Sandstrand in die Sonne legen. Das ist so lange wunderbar, bis es wieder anfängt zu regnen. ^^ Wir fahren also zu unserem Campingplatz in Tauranga, wo wir den restlichen Sand und die Kälte los werden.

    Hot Water Beach Weg zur Cathedral Cove

Es hat geklappt, der Sand ist weg und die Kälte hat sich zusätzlich sogar draußen verzogen. Bei angenehmeren Temperaturen – aber immer noch mit reichlich Regen – fahren wir nach Rotorua ins Landesinnere. Hier liegt in einem Tal zwischen vielen Geysiren das Maori-Dorf Te Puia. Wir buchen eine Tour mit einer Maori Performance. Mit zum Glück nur wenigen anderen Besuchern werden wir von einer jungen Maori vor dem Versammlungshaus abgeholt. Um dem Protokoll zu entsprechen, müssen wir unter den Männern einen Anführer bestimmen, der das Begrüßungsritual vollzieht…ihr dürft raten, wer das war ^^ weil sich keiner freiwillig meldet, wird Jonas kurzerhand von der Maori ausgesucht und muss nun mit ernster Miene und völlig ausdrucklosem Gesicht dem Krieger entgegen schauen, der mit einem Speer und einem Farnblatt auf uns zugelaufen kommt, dass Blatt vor Jonas auf den Boden legt und dann Grimassen schneidet (Zunge raus strecken, Glupschaugen machen, Zähne zeigen) und schreit. Nachdem Häuptling Jonas das Farnblatt aufgehoben hat, werden wir, mit Gesang begleitet, vor die Tür des Versammlungshauses gebracht, wo die anderen Maori warten und die Begrüßungsworte sprechen. erst dann dürfen wir das Haus betreten und uns setzen. Häuptling Jonas muss nun alle männlichen Maori mit Handschlag und zwei Nasenstupsern begrüßen. Damit sind seine Aufgaben erfüllt und die Show beginnt. Die Maori erläutern uns jeden Tanz, führen das Begrüßungslied, eine romantische Geschichte und den Kriegstanz vor, zeigen uns Spiele und erklären uns den Gebrauch der Speere. All dies wird singend und tanzend gemacht. Es hört sich sicherlich touristisch an, doch im Kontext des Umfeldes (Maori leben seit über 25 Generationen in diesem Tal, es gibt eine anerkannte Weberei/ Flechterei und eine Holzschnitzwerkstatt) erscheint es sehr authentisch und traditionell. Im Anschluss an den Auftritt beginnt unsere Führung durch das Tal – leider wieder im Regen. Wir schauen uns die großen, sprudelnden Geysire und brodelnden Tümpel an. Unser Führer erzählt dazu folgende Legende: Als die Maori von Polynesien nach Neuseeland kamen, führte einer der Häuptlinge als erstes eine Expedition ins Landesinnere an. Damals war gab es noch keine Vulkane oder Geysire hier und als der erste Schnee fiel, den die Maori nicht kannten, erfroren viele von ihnen. In seiner Not rief der Häuptling seine verstorbenen Schwestern um Hilfe an. Die beiden machten sich also auf den Weg von Hawaikii (dem land der Verstorbenen) nach Neuseeland. Zwischendurch vergewisserten sie sich, dass sie noch auf dem richtigen Weg waren und überall, wo sie ihren Kopf aus dem Boden steckten, brachte die Erde sprudelndes heißes Wasser oder Lava hervor. Und als sie schließlich ihren Bruder erreichten, wurden er und seine Männer durch dieses warme Wasser gerettet. Und die Route, welcher die beiden Schwestern folgten, wird in der Legende genau beschrieben und „believe it or not“ stimmt heute mit dem Pazifischen Feuerring überein, den Forscher erst viel später entdeckten und als solchen betitelten.

UUUhhhh, spannend und sehr interessant. Ein wirklich schöner Ausflug! Eigentlich wollten wir jetzt noch ein Stück Weg nach Hobbingen zurück legen, aaaaber ^^…..tatataaaaa Jonas hat das Licht vom Camper angelassen und das Auto tut keinen Mucks mehr. Also wieder Starthilfe suchen und erst dann losfahren. Wir fahren nach Matamata, wo ein Campingplatz mit heißen Mineralpools auf uns wartet – juchuuu, was für ein Tagesabschluss :)

 Versammlungshaus in Te Puia Performance Geysire

Verdammt, dieses Camperbett ist einfach zu gemütlich. So gut haben wir auf unserer gesamten Reise nicht geschlafen und wir kommen morgens einfach nicht raus. Also fahren wir erst verspätet zum Treffpunkt für die Hobbiton Movie Set Tour. Schon auf dem Weg schreit die Landschaft förmlich nach Auenland und Beutlin – überall grüne Hügel mit Schafen und Lämmchen…süüüüüüüß!!!!! Ein Bus fährt uns dann in wenigen Minuten ans Filmset, wo unser Ranger uns alles zeigt und erklärt. Das ganze Tal mit allen Häusern und Gärten wurde aus echten Materialen erbaut. Darüber hinaus wurde vieles äußerlich älter gemacht, da die Hobbits schon viele hundert Jahre in Hobbingen leben. Und es ist seit dem Herrn der Ringe noch mal einiges verändert worden, da der Kleine Hobbit zeitlich davor spielt. Wir gehen an vielen niedlichen Gärten und bunten, runden Türen vorbei. In zwei Hobbithöhlen kann man sogar hineingehen, doch man findet keine gemütliche Hobbithöhle, sondern nur nackten Stein. Alle Innenszenen wurden in Wellington im Studio gedreht. Für die Außenszenen hat Peter Jackson aber alle Sorgfalt walten lassen. Da im Buch vom Pflaumenbäumen die Rede ist, im Tal aber keine wachsen, hat er andere Obstbäume komplett vom Laub befreien lassen, In Japan 20.000 Pflaumenbaumblätter pro Baum gekauft und sie an die kahlen Obstbäume geklebt. Waaahnsinn!!! Weiterhin wurde ein Teich gegraben, in den dann während der Drehzeit so viele Frösche einzogen, dass schließlich alle einzeln (122 Stück) eingesammelt werden mussten, da sie zu viel Lärm machten J Alles irre Geschichten. Wir gehen weiter nach Beutelsend und zum Festplatz und beenden den Rundgang im Grünen Drachen. Hier bekommt jeder Besucher ein Auenlandbierchen im Tonbecher, den wir dann gemütlich vor dem Kamin trinken. und damit endet unsere Zeit im Auenland und es war soo schön und voll lustig jetzt alles live zu sehen, was man sonst nur im Film sieht…nein nicht ganz: Ein paar Hobbithöhlen wurden gebaut und gefilmt, aber aus allen Filmen rausgeschnitten.

Hobbingen bei Matamata Beutelsend Beutelsend Haus von Sam und Rosie doch nirgends schmeckt das Bier so gut wies bei uns im Grünen Drachen tut

Wir haben wieder Glück gehabt mit dem Wetter, denn als wir wieder im Camper sitzen, fängt es wieder an zu schütten. Wir fahren zu den Waitomo Caves, die wegen ihrer vielen Glühwürmchen berühmt sind. Für 45$ wird man kurz durch die größte Höhle geführt, die wirklich wunderschöne und beeindruckende „Kathedrale“, bevor man dann in kleine Bötchen steigt und in die Dunkelheit fährt. Dort leuchten dann bald so viele Glühwürmchen an der Decke, dass man fast alles wieder Schemenhaft erkennen kann. Das bläulich-silbrige Licht erinnert fast an einen Sternenhimmel, woher die Glühwürmchen auch ihren Maori-Namen haben (Titi = Stern, Wai = Wasser -> Stern über dem Wasser). Es ist traumhaft schön und einfach unglaublich, dass so viele kleine Würmchen eine tiefschwarze Höhle erhellen können. Später am Ausgang der Höhle können wir im Licht noch die Fäden sehen, mit denen die Glühwürmchen ihr Futter fangen. Sie sehen aus wie Spinnenfäden und hängen senkrecht von der Decke runter.

Waitomo CaveGlühwürmchenFäden

Und nun ist es auch genug für heute. Wir fahren ins nahegelegene Hostel mit Campsite. Am warmen Kamin in einem Raum voller deutscher Aupairs und Backpackers sind wir vorerst geschützt vor dem heftigen Gewitter das draußen tobt…so lange, bis wir zum Schlafen in den Camper müssen. ^^

 

Vom nächsten Tag gibt es nicht so viel zu berichten. Wir schlafen lange, entspannen morgens noch ein wenig im Gemeinschaftsraum vor dem Kamin und machen uns dann so langsam auf den Weg. Das Unwetter hat deutliche Spuren hinterlassen. Viele Weiden sind überschwemmt, Flüsse über die Ufer getreten und schließlich müssen wir sogar eine überflutete Straße passieren. Wir fahren dann weiter die Panoramastraße am Lake Taupo entlang und genießen während unserer Mittagspause auf einem Hügel die wunderbare Aussicht. Unser Weg führt uns heute zum Tongariro Nationalpark. Hier wurden die Mordor- Szenen und einige andere der Herr-der-Ringe-Filme gedreht. Wegen des dicken Nebels in den Bergen – stellenweise liegt sogar noch Schnee – können wir aber nicht viel von der vulkanischen Szenerie erkennen. Versuchen wir es morgen noch mal, denn da wollen wir auf den Schicksalsberg, um den Ring der Macht zu suchen ^^

 Aussicht zur Mittagspause Lunch

Die Gemeinschaft hat versagt – der Ring der Macht ist verloren. Wir hatten noch nicht mal die Hälfte der 19km Strecke auf den Schicksalsberg geschafft, da mussten wir umkehren und uns Wind und Regen geschlagen geben. So hatten wir uns das nicht vorgestellt, sollten wir auf dem Gipfel doch mehrere Vulkankrater und Seen und natürlich eine tolle Aussicht bewundern können. Vor allem Jonas, der sich mal wieder richtig verausgaben und sich etwas beweisen wollte, ist wahnsinnig sauer und verflucht das neuseeländische Mistwetter tausendfach. Wir starteten in Nebel und leichtem Nieselregen, aber dick genug in mehrere Lagen Pullover und Jacken verpackt. Proviant, Schuhwerk…alles stimmte – nur das Wetter nicht. Dieses wurde von Kilometer zu Kilometer schlechter, sodass wir nach rund 7km in ca. 2 Stunden völlig durchnässt waren. Und an dieser Stelle begann gerade mal der eigentliche Aufstieg, doch Wind und Regen wurden immer stärker und kälter. Und schließlich musste auch Jonas einsehen, dass wir uns dort oben nur selbst Schaden würden. Also marschieren wir, den Wind jetzt im Gesicht, die ganze Strecke wieder zurück zum Parkplatz, wo unser trockener, warmer Camper auf uns wartet. Schnell aus den klitschnassen Klamotten und Schuhen raus (selbst die wasserdichten Wanderschuhe haben nicht gehalten), zurück zum Campingplatz, unter die Dusche, heißen Kakao trinken und im Bettchen einmuckeln. Um den Tag noch irgendwie zu retten, gibt’s viele Leckereien und außerdem den Internetzugang. Und so lässt sich ein vermurkster Tag dann auch rumkriegen.

Tongariro Alpine Crossing Mordor

Man soll es ja nicht glauben aber es geht hier auch trocken, so wie wir es eigentlich für gestern erwartet hatten. Und obwohl wir heute zügig Richtung Wellington fahren wollen,  müssen wir jetzt doch einen Blick auf Mordor erhaschen. Also los zu diversen felsigen Szenerien und dem Schicksalsberg. Und schon versteht man, weshalb diese majestätischen Fels- und Berglandschaften für HdR ausgesucht wurden. Und wir machen gleich einen Thementag daraus und klappern mit Hilfe des Szenenguides die Drehorte bis kurz vor Wellington ab. Darunter der Fluss Anduin, ein Wald für mehrere Szenen, Gollums Pool und andere. Zum Abschluss des Tages knallt sich die tollpatschige Maiki noch den Kopf ab den Türrahmen vom Auto und kriegt ne riesen Beule und nen Brummschädel. Na super...

  Gollum stürzt sich auf Frodo und Sam Anfangsschlacht gegen Sauron Gollums Pool Anduin

Immernoch mit Brummschädel gehts heute weiter mit HdR. Dabei heute der Fluss Isen, der Felsen für Minas Tirith und Helms Klamm, der Wald in dem die Hobbits sich unterm Baum verstecken, Isengart, Bruchtal und die Weta-Animationsstudios. Jonas führt jedesmal einen kleinen Freudentanz auf, wenn er ein Bild aus dem Guide wieder findet. Wobei das bei Bruchtal schwierig war. Bei all den schönen Landschaften hier sollte man doch meinen, sie hätten ein richtiges schönes Tal für den Dreh gefunden. Stattdessen bloß ein verwachsenes Fleckchen Wald und viele zusammen geschnittene Orte...seltsam diese Auswahlkriterien.

Anduin Waldstück für Bruchtal Bruchtal Gandalf reitet zu Saruman Aragorn wird ans Ufer gespült Steinbruch für Minas Tirith und Helm Klamm Effekte Effekte und coole Kostüme Weta Cave Animation Studios Wald wo Hobbits sich unterm Baum verstecken

 

Der nächste Tag wird dann voll und ganz Wellington gewidmet. Haben wir die Nacht zuvor noch etwas außerhalb auf einem Campingplatz verbracht, belegen wir nun gleich morgens einen Platz direkt am Hafen von Wellington – denn die Parkpreise in dieser Stadt sind der Wahnsinn. Da zahlt man doch lieber gleich für zwei Dinge auf einmal und kommt damit günstiger weg. So können wir jetzt auch zu Fuß die Innenstadt erkunden – ach übrigens: wir wussten ja gar nicht mehr wie so was aussieht aber es herrscht strahlender Sonnenschein ^^ Wir starten zur alten Kathedrale, der Old St. Paul’s Cathedral. Diese neogotische, kleine, fast schon dörfliche Holzkirche wurde 1866 errichtet, und 1972 für nicht mehr tauglich befunden. Die Bevölkerung lehnte sich gegen einen Abriss der gemütlichen Kirche auf, sodass die Stadt sie kaufte und restaurierte. Nun stehen wir am Ende des Kirchenschiffes, das gänzlich aus geschnitztem Kauri-Holz besteht und finden es urgemütlich und romantisch hier. Wir gehen einen Block weiter zu dem Gebäude, das nun den Namen Wellington Cathedral trägt – ein moderner, großer, kühler Bau, ein Stilmix aus Moderne und Orient – potthässlich, wie wir finden, also schnell weiter. Wir gehen weiter die Straße runter zum Regierungsgebäude, das eigentlich aus dreien besteht. Der neuste Bau wird von der Bevölkerung „Bienenkorb“ genannt. An der Straße fällt uns dann ein Schild in die Augen, welches zu kostenlosen Führungen einlädt. Das lassen wir uns natürlich nicht zweimal sagen. Die Führung führt uns durch alle drei Gebäudekomplexe hindurch, erklärt uns den Erdbeebenschutz, Sitzungen im alten Saal mit der Queen…also durchaus lohnenswert. Wir bummeln weiter die belebte Hauptstraße entlang zur Talstation des Cable Car. Für gerade mal 7$ fährt das alte Gefährt drei Stationen einen Hügel hinauf. Von oben hat man einen tollen Ausblick auf die Stadt und das Hafenbecken. Angrenzend an die Bergstation befindet sich der Botanische Garten, den man kostenlos durchstreifen kann. Eigentlich ist es aber eher ein großer Park, der auf vielen verschlungenen Pfaden durch den Wald wieder bis zum Fuß des Hügels hinunterführt. Blöd nur, dass das Cable Car von oben abfährt, also kraxeln wir  - nach eine Tasse Kakao im Rosengarten gestärkt - den Hügel rauf, um wieder runter zu fahren. Die belebte Hauptstraße weiter entlang gehen wir zum Civic Center. An diesem großen Platz befinden sich Rathaus, Kunstgallerie und Touristeninformation. Eine künstlerisch sehr originell gestaltete Brücke führt weiter zum Wellington Museum am Hafenbecken, welches heute sogar bis 21Uhr geöffnet hat und auch noch kostenlos ist. Auf mehreren Ebenen erfährt man vieles über die Maori, die ersten Siedler und die Landschaften Neuseelands. Das ist doch eine Spende wert. Erst spät wandern wir am Hafen entlang zurück zu unserem Camper.

Ausblick auf Wellington

Fiji Islands 9. – 13. September

Donnerstag, 19.09.2013

 

 

Bula – Hallo Paradies. Wir landen nach über 6 Stunden in Nadi. Von dort wollen wir mit einem Expressbus zu unserem Backpackerhostel an die Südküste fahren. Der Bus lässt aber erstmal gehörig auf sich warten und braucht dann rund 3 Stunden bis zum Beachouse Hostel. Dort angekommen reicht das Licht gerade noch für ein paar Fotos am Strand und einige Minuten in der Hängematte. Dann wird es schon dunkel und Zeit fürs Abendessen. Dazu kann man täglich aufs Neue aus einer kleinen Auswahl an Gerichten wählen und wir freuen uns über richtiges Essen mit Kartoffeln, Gemüse, Steak, Fisch usw. Unsere kleine, schilfgedeckte Hütte besteht aus Schlafraum und tropisch begrünter Außendusche. Als Mitbewohner haben wir einen laut gackernden Gecko und den ekligen Steve (irgendwie muss man sich große Spinnen ja schön reden). Am nächsten Morgen erstmal ausschlafen und in Ruhe frühstücken…naja, nicht ganz so ruhig, denn Jonas lässt sich gleich von einem der Angestellten zu einer Dschungelwanderung mit Wasserfallbaden und Lunch bei der Familie überreden. Maiki verbringt den ersten Tag lieber in der Hängematte am Strand, bis um 13Uhr ein völlig schmutzverkrusteter Jonas auftaucht. Er heißt jetzt Bug Norris, Sohn von Chuck Norris, weil der Enkel des Dschungelführers ihn dafür gehalten hat. Die Geschichte kennt auch schon das ganze Hostel. Nach einem Mittagsschläfchen ist englische Teezeit mit Scoones. Ähnlich entspannt verlaufen auch die übrigen Tage, allerdings mit wechselndem Programm: Ausritt in die Berge und am Strand entlang, eine Stunde Bula- Massage in der Strandhütte, lesen in der Hängematte, schwimmen und schnorcheln am Strand… Mit einigen anderen jungen Hotelgästen erhalten wir außerdem eine Einladung ins nahegelegene Dorf, in dem die meisten Hotelangestellten leben. Wir sollen Cava kennen lernen, das Nationalgetränk. Wir treffen die Männer des Dorfes im Versammlungshaus, wo wir alle auf dem mit geflochtenen Matten ausgelegten Boden Platz nehmen. In einer großen Holzschüssel wird das Getränk angerührt. Es wird aus den getrockneten und zerriebenen Blättern irgendeiner Pflanze gemacht und das Pulver dann mit Wasser vermischt. Wir bekommen das Getränk nacheinander in Kokusnussschalen gereicht und die Männer klatschen dreimal vor und nach dem Trinken, um das Gesöffs zu ehren…ja, es ist ein Gesöffs, das aussieht wie Pfützenwasser und leider auch so schmeckt. Äußerst bitter hinterlässt es ein taubes Gefühl im Mund – obgleich es ein Stimmungsaufheller sein soll. Um nicht unhöflich zu sein, nehmen wir alle in jeder Runde das Getränk an, obgleich niemand es wirklich mag. Selbst die Männer, die alle mit uns trinken, verziehen nach jedem Schluck das Gesicht. Irgendwann ist die große Schüssel leer, doch es wird gleich eine neue angerührt und uns serviert…und noch zwei weitere Male. Im Nachhinein ist uns klar, dass auch unsere Gastgeber nicht unhöflich sein wollten und uns mehr servierten, solange wir uns nicht verabschiedeten. Doch irgendwann, Maiki hatte das Getränk schon längst abgelehnt, war der Abend zuende. Jonas hat den ganzen Abend lang durchgehalten, denn auch im Dorf ist er jetzt Bug Norris und da kann er sich ja nicht blamieren :-P

Die Quittung kommt über Nacht…im wahrsten Sinne des Wortes, aber erst in der nächsten. Während Maiki am gleichen Abend und am nächsten Tag nur zwischendurch übel ist, könnte Jonas in der nächsten Nacht quasi auf der Toilette einziehen. Völlig erschöpft und übermüdet kann er im Morgengrauen endlich mal was trinken und ein Stündchen schlafen. Mittags schafft er es dann in den Garten auf einen Liegestuhl und am Nachmittag verschafft ihm die gebuchte Massage sogar ein wenig Entspannung. Eigentlich war für diesen letzten Tag  ein Schnorcheltrip geplant – ursprünglich sogar ein sündhaft teurer Tauchgang mit Haien. Zum Glück waren dafür keine Plätze mehr frei, sonst wäre das Geld jetzt futsch. Jonas lässt sich also pflegen und am nächsten Morgen werden wir in aller Frühe von einem Taxi (schlussendlich war es der Typ von der Rezeption) zum Flughafen nach Nadi gebracht. Ganz so haben wir uns das Ende unseres Fiji-Aufenthaltes nicht vorgestellt, aber da kann man halt nichts machen und am Wichtigsten war es, dass Jonas für den Flug nach Neuseeland transportfähig war. Und wir hatten trotzdem einige schöne Tage auf Fiji und fühlten uns wie im Paradies. Also: Bula Fiji!

 

Oahu (Minilani): 3. – 8. September

Donnerstag, 19.09.2013

 

Am späten Abend kommen wir mit unserer süßen kleinen, weißen Knutschkugel (Nissan -diesmal kein Upgrade beim Auto) an unserer Unterkunft von AirBnB an…leider hat Jonas versäumt, die Hausnummer zu notieren, weshalb wir erstmal ein paar Minütchen äußerst verdächtig mitten in einer feinen Wohngegend auf der Straße stehen. Schließlich wird klar: Wir stehen die ganze Zeit vor dem richtigen Haus. Cara, Ken und ihr Sohn heißen uns herzlich Willkommen. Unser Zimmer ist eher spärlich eingerichtet, aber alles ist sauber und freundlich. Todmüde sinken wir in die Kissen. Am nächsten Morgen bekommen wir hausgemachte Bananenmuffins zum Frühstück: „Es sind Sconnes statt Muffins geworden, weil ich das Backpulver vergessen hab,“ erklärt uns Cara mehrmals am Tag…egal, trotzdem superlecker! Unseren ersten Tag auf Oahu verbringen wir an der Nordküste in der Gegend um Hale’iwa. Hier besichtigen wir als erstes das Waimea Valley. In diesem Tal wird den Touristen das althawaiianische Leben näher gebracht. In einem großen botanischen Garten sieht man viele bunten Blüten und exotische Pflanzen (aber nicht so schön wie im tropischen Garten auf Big Island!), aber auch Nutzgärten und ein hawaiianisches Dorf. Highlight ist ein Wasserfall, in dessen Pool man schwimmen gehen kann. Leider muss man dazu Schwimmwesten anziehen, was ziemlich dämlich ist. Diesen Wasserfall sieht man auch in der Fernsehserie Lost, aber auch viele andere Filme wurden in diesem Tal gedreht. Im Anschluss geht’s endlich an den Strand. Unsere Gastfamilie hat uns Shark’s Cove und Turtle Bay empfohlen. Bei Shark’s Cove handelt es sich um eine ziemlich felsigen und zerklüfteten Bucht. Aber schafft man es schließlich über all die Steine ins Wasser gelangt man in ein klasse Riff, das stellenweise sicherlich 10 Meter tief ist und vielen verschiedenen Fischen ein Zuhause bietet. Haie hingegen, auf die Jonas wieder hofft, hat man hier aber schon seit Jahren nicht mehr gesehen.

Waimea Valley   Shark's Cove Shark's Cove

Turtle Bay ist ein Hotelstrand, da wir aber erst spät dort ankommen, ist nicht mehr so viel Betrieb. Das trifft leider auch aufs Wasser zu, denn Schildkröten sehen wir nicht. Dafür aber mehrere Kugelfische und eine Krabbe beim Verspeisen einer Moräne.

Zurück in unserer Unterkunft verbringen wir den Abend quatschend mit Cara, Ken und zwei XL Flaschen Wein im Wohnzimmer. Dabei erfahren wir, dass die Familie vor 1 ½ Jahren aus Alaska eingewandert ist und von vornherein klar war, dass sie nur für zwei Jahre auf Hawaii bleiben werden. Cara ist eine echte Native und lässt sich von Freunden auf Besuch gerne Walfett mitbringen – eine Delikatesse, die es nicht zu kaufen gibt und daher nur über fünf Ecken von Bekannten zu bekommen ist, die wirklich noch Wale jagen und komplett verwerten. Zur Feier des Tages packt sie ein Stück Walfett aus und lässt uns einen Streifen davon probieren. Und Wal ist ja kein Fisch, also wagt sogar Jonas den Versuch. Aber es schmeckt uns leider nicht, egal ob mit oder ohne Salz. Reichlich vom Wein beduselt fallen wir schließlich reichlich spät ins Bett.

Walfett

Mit Kater am Morgen beginnen wir den nächsten Tag. Wir fahren an die Ostküste in die Gegend um Kailua. Hier will Jonas vor allem die Koalua Ranch sehen. Auch dies eine Kulisse für viele Filme, darunter – natürlich – Jurassic Park. Also macht Jonas die Filmtour, während Maiki am nahegelegenen Strand die Wartezeit mit Sonnenbaden verbringt. Im Anschluss fahren wir ins Valley of the Temples. Dabei handelt es sich um einen großen Friedhof für viele verschiedenen Religionen und ihre Gotteshäuser. Im buddhistischen Areal schauen wir uns für 5$ einen sehr schönen Tempel an. Als letzten Programmpunkt fahren wir zum Nu’uanu Pali Aussichtspunkt in den Bergen, von dem aus man einen fantastischen Blick auf die Berge und Kailua hat. Und dann geht’s endlich an den Strand. Der Kailua Beach Park besticht durch feinen, weißen Sandstrand und türkisgrünes Wasser…Herrlich!

Ranch Godzillas Fußabdruck Bunker aus Pearl Harbor- Film Valley of the TemplesBuddhistischer Tempel    Lookout Lookout Beach Park

Den nächsten Tag verbringen wir in Honululu. Wieder unserer Erwartungen ist Honululu gar nicht so voll und überlaufen – Cara hatte uns vor dem Verkehr gewarnt und wir hatten mit LosAngeles-Verhältnissen gerechnet. Doch dies sind wohl eher die Einschätzungen von Einwohnern abseits der Hauptstadt. Uns hingegen erscheint das Stadtzentrum sehr schön. Wir starten am und auf dem Aloha Tower (günstig Parken für 3 Std), einem der Wahrzeichen der Stadt, mit einem tollen Rundblick. Zu Fuß laufen wir dann zur Beretania Street, wo es viele besondere Gebäude gibt. Der Iloani Palace ist das Rokkokoschlösschen eines früheren Königs. Ein Stück weiter liegt das moderne State Capitol, direkt gegenüber das Haus der Gouverneurin im Kolonialstil. Und von dort sieht man schon den Turm der St. Andrews Cathedral aus Sandstein. Zurück am Auto fahren wir dann erstmal zu Snorkel Bob und geben unsere geliehenen Flossen zurück. Weiter geht es dann zum Diamonds Head, einem Vulkankrater auf der anderen Seite der Stadt. Dort führt ein eeetwas anstrengender Wanderweg zum Kraterrand und man hat einen wunderbaren Ausblick auf Honululu und Waikiki Beach. Dies ist unser letzter Halt, denn jeden Freitagabend feuert das Hilton Hotel ein Feuerwerk am hauseigenen Strand ab. Da man dies auch von den öffentlichen Stränden aus sehen kann, gibt es natürlich keine andere Wahl als Waikiki Beach. So toll wie man es sich denkt ist der Strand aber gar nicht. Grobkörniger Sand auf Beton aufgeschüttet, wenige Meter entfernt die stark befahrene Uferstraße und die überteuerte Flaniermeile, und im Wasser hunderte unbeholfene Surfschüler mit ihren Brettern. Aber egal – wir sind auf Hawaii am Waikiki Beach!!! Wir relaxen also in der Sonne, genießen schließlich den Sonnenuntergang mit Begleitung eines hippiemäßigen Gitarrenspielers und warten auf das Feuerwerk. Schließlich knallt es und man sieht ….NICHTS! Die Hotelgebäude am Strand versperren uns die Sicht. Blöd gelaufen – man geht wohl besser einige hundert Meter den Strand hinauf. Also fahren wir nach Hause und packen, denn der nächste Tag wird unser letzter sein. Freundlicherweise leihen uns Cara und Ken ihre Flossen und wir dürfen unser Gepäck bis zum nächsten Abend bei ihnen stehen lassen.

Aloha TowerAusblick auf HonululuIloani PalaceHaus der GouverneurinKathedraleVulkankraterBlick auf Honululu und Waikiki Beach

Waikiki BeachBlumenkette

Wir beginnen unseren letzten Tag also in Pearl Harbor, wo man kostenlos einen sehr informativen Film sehen kann und anschließend mit einer Fähre zum Arizona Memorial fährt. Das Denkmal ist auf dem Wrack des Arizona Schlachtschiffs errichtet und steht stellvertretend für alle anderen, auf den gesunkenen und beschädigten Schiffen und im Hafen umgekommenen Menschen. Es ist doch bewegend, wenn man im Hafenbecken überall große, weiße Mauern mit Schiffsnamen sieht, dann das Wrack der Arizona unter einem im Wasser liegt und man weiß, das rund 2000 Soldaten bei diesem einen Angriff ums Leben gekommen sind – und teilweise mit den Schlachtschiffen versenkt wurden. Aber auch die strategische Leistung der Japaner ist beachtlich. Wer sich mit diesem Thema nicht auskennt sollte sich mal schlau machen, denn erst durch diesen Angriff trat Amerika in den 2. Weltkrieg ein. Wir zahlen noch den Eintritt für die Besichtigung des U-Boots und das dazugehörende Museum und fahren dann ein letztes Mal zum Strand. Dazu haben wir heute die Westküste ausgewählt und nach einigem Suchen finden wir den Electric Beach. Hier sieht man viele tolle Fische und Korallen, weil das kalte Meerwasser auf warmes Kühlwasser aus einer Fabrik stößt. Viele Meter tief kann man hier sehen, doch leider ist die Strömung sehr stark, weswegen wir bald aufgeben. Ein letztes Mal fahren wir zu Cara und Ken, um unsere Sachen abzuholen und die Flossen zurück zu geben…aber unser Schlüssel passt nicht. Leichte Panik, denn um 21Uhr muss das Auto zurück gegeben werden. Glücklicherweise kommen genau in diesem Augenblick die anderen Mieter von Cara und Ken zurück. Schnell schnappen wir unseren Kram – Freude über weitere Muffins von Cara – und los geht’s zum Flughafenhotel und dann zu Alamo. Unser Flug nach Fiji geht früh am nächsten Morgen.

Kriegsschiff in Pearl HaborMemorial Reste der USS Arizona Gedenktafel Reste der USS Arizona auf dem U-Boot  Electric Beachunsere Knutschkugel

Big Island (Kona und Hilo): 29.August – 3. September

Freitag, 06.09.2013

 

 

Bilder werden immer nachgereicht - wir haben genug davon ^^

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Go!Airlines nutzt für die Interislandflüge fliegende Reisebusse ^^ nein, immerhin ist unser Flugzeug schon über den Propeller-Status hinaus, aber nichts desto trotz sind es grad mal 13 Sitzreihen zu je zwei Sitzen links und rechts. Wir, und unsere Crew (eine Stewardess und die Piloten) müssen in Honululu in eine andere Minimaschiene nach Kona umsteigen, die dann auch noch Verspätung hat. Und dann das Blöde: am neue Koffer aus Berkeley ist die äußere Tasche aufgerissen und Maikis geliebtes Taschenmesser verloren gegangen (sorry Mami, bin ganz traurig). Naja, jedenfalls kommen wir erst sehr spät (Mietwagen wieder von Alamo und wieder mehr als das billigste) an unserer AirBnB Unterkunft in Captain Cook (nahe Kona) an. Unser „Angelroom“ ist in der Tat sehr niedlich, voller Spitzengardienen und –vorhänge, mit tollen runden Fenstern – leider werden nicht alle Insekten von den Netzen abgehalten, sodass wir am nächsten Tag reichlich zerstochen aufwachen. Die lieben Mitbewohner, alles Hippie-Aussteiger und Auswanderer, geben uns einige nützliche Tipps und schon geht los. Wir starten mit der historischen Sehenswürdigkeit „Pu’uhonua O Honaunau National Historical Park“ (National Park Annual Pass!), einem althawaiianischen Fischerdörfchen am Fuße des Highway 160. Gleich nebenan liegt ein Insidertipp der Locals, der Two Steps Beach, wo man super schnorcheln kann. Leider haben wir kein Trinkwasser gekauft und hier gibt es nichts, weshalb wir erst noch mal die Straße rauf zu unserer Unterkunft müssen. Blöd gelaufen aber dann…der Strand ist der Wahnsinn! Alles voller Felsen und eher schwer zugänglich, aber wenn man erstmal den Kopf unter Wasser hat zeigt sich wirklich eine der schönsten Unterwasserlandschaften unserer Hawaiireise!!! Anschließend geht es noch mal zur Unterkunft, immerhin ist es Hawaii und da gönnt man sich auch mal was Ruhe. Wir legen also eine Pause auf unserer superschönen Terrasse mit Meerblick ein, die Hauskatze leistet Jonas Gesellschaft, Maiki macht ein Schläfchen und am späten Nachmittag brechen wir auf zu einem weiteren Highlight: schnorcheln mit Mantarochen!!! Diesen Ausflug haben wir sofort nach unserer Ankunft hier gebucht, quasi am selben Tag und zum Glück noch Plätze bekommen. Mit einem Katamaran fahren wir in einer kleinen Gruppe zu einer Bucht nahe des Flughafens. Hier fließen zwei Meeresströmungen zusammen, weshalb es viel Plankton gibt – nomnomnom schmeckt das lecker – zumindest den Mantas. Nach Sonnenuntergang hoppsen wir alle ins Wasser und halten uns ringsum und flach an der Oberfläche treibend, an großen, mit starken Lampen ausgestatteten Surfboards fest. Schon vorher haben wir den ein oder anderen großen Schatten unter der Wasseroberfläche sehen können. Nun aber, wo nur die Lichter der Schnorchler und Taucher das Wasser erleuchten, kommen die großen Rochen scharenweise. Majestätisch gleiten sie unter uns durchs Wasser, schwimmen Loopings und kommen dabei mit ihrer Unterseite so nah an uns heran, dass wir sie berühren könnten. Das ist natürlich verboten, da es den Tieren hautverletzungen zufügen kann. Wir begnügen uns also mit ungläubigem Raunen und Schreien unter Wasser, vor allem, wenn die Größten der Großen mit einer Flügelspannweite von bis zu 7 Metern an uns heran rauschen. Und wenn die Tiere zu neugierig sind, ist es deren Problem uns Maikis Glück, denn sie wird von einer der großen Flossen gestreift ^^ Rund 50 Minuten treiben wir dahin und genießen das atemberaubende Schauspiel, ganz egal, dass wir trotz Taucheranzügen schon vor Kälte zittern und die Arme lahm werden. Schließlich sitzen alle wieder glücklich im Boot, werden mit Knabbereien und Getränken versorgt und sind immer noch ganz hin und weg. Ein Ausflug, dessen rund 100$ sich ohne Frage gelohnt haben.

Hawaiianisches Dorf neben Two Steps BeachJonas und die MietzAuf zu den Mantas

Am nächsten Morgen wollen wir noch etwas tolles erleben: in den umliegenden Buchten sollen sich Delfine recht nahe an menschliche Schwimmer und Taucher heran wagen. Wir versuchen es noch mal am Two Steps Beach (Tipp der Locals), doch schon die Straße dahin ist so dermaßen von Kayaktour-Anbietern und Einheimischen zugeparkt (Wochenende :P ), dass wir gleich weiter fahren. Eine Joggerin gibt uns wieder einen guten Tipp: In der Kealakekua Bay am Ende des Highway 160 gibt es in einem kleinen Dörfchen den unscheinbaren Strand „Manini Beach“. Auch hier sollen die Delfine in die Bucht kommen. Obgleich wir sie leider nicht treffen, ist das Schnorcheln auch hier wieder wunderbar.

Wir wollen heute mit dem Auto die Strecke bis an die Ostküste der Insel, nach Hilo, zurücklegen und machen uns deshalb wieder auf den Weg. Die Küstenstraße ist traumhaft, da man so viele verschiedene Landschaften zu sehen bekommt, dass man sich schon hier auf einer Weltreise durch alle Klimazonen wähnt. Nebenbei gibt es auch wieder einige nette Zwischenstopps: althawaiianische Tempelruinen, wichtige Stätten des berühmtesten Königs Kamehameha (nein liebe Comicfans, das hat nichts mit Dragonball zu tun ^^), tolle Aussichtspunkte im Norden und natürlich schöne Strände. Im Hapuna Beach Park (Traumstrand) empfiehlt man uns den Beach 69 zum Schnorcheln. Und man soll es nicht glauben: obgleich das Riff an sich nicht sooo spektakulär ist wie die bisherigen an der Westküste, sieht Jonas endlich Haie. A einer Felsspalte verweisen in zwei Engländer auf eine kleine Höhlenöffnung, in der zwei große Weißspitzenriffhaie ein Mittagspäuschen halten. Er ist natürlich hellauf begeistert und Maiki soll nun immer früher das Wasser verlassen, weil sie angeblich die guten Fische vertreibt :P

König KamehamehaKüstenstraße

Abends kommen wir in Hilo an, wo wir gemütlichen Hilo Bay Hostel ein schönes Zimmer reserviert haben. Hier kennt scheinbar jeder jeden, alle schwatzen, es gibt Gemeinschaftsküche und –bäder, einen Aufenthaltraum und um 22Uhr ist Ruhe angesagt. Einer der jüngeren Gäste backt sogar Cupcakes, die er am ersten Abend kostenlos, am zweiten Abend für Tipp (Trinkgeld) verteilt.

Unseren Aufenthalt an der Ostküste beginnen wir am nächsten Morgen mit dem Hawaii Volcanoes National Park (National Park Annual Pass). Dort zunächst der Crater Rim Drive, der üblicherweise einmal um den größten Krater, den Kìlauea, herum führt, wegen des starken Rauches aber im Westen gesperrt ist. Vom Jagger Museum hat man den besten Blick in den Kratersee, in dessen Mitte ein tiefes, qualmendes Loch von der Aktivität des Vulkans zeugt. Weiter geht es zum erloschenen Kìlauea Iki, wo man einen wunderschönen Wanderweg von 3,9km durch den Wald und durch den Kratersee laufen kann. Ein tolles Erlebnis, wenn man man die Gesteinsformationen und –muster betrachtet und darin die Ausmaße früherer Ausbrüche erkennt. Die Chain of Craters Road führt dann weiter in den Süden des Parks an die Küste, vorbei an mehreren kleineren Kratern, durch Wälder und weite weite Lavafelder, die sich bis an die Klippen ziehen. Hier wurde vor einigen Jahren sogar die Straße von einer Lavawelle überrollt, was nun zu einer besonderen Sehenswürdigkeit des Parks geworden ist. Es sieht schon lustig aus, wenn unter einem Berg aus Lavagestein kleine Flecken der Straße zu sehen sind und ein verbeultes Straßenschild „Road closed“ anzeigt. An den Klippen hingegen wird die Insel jährlich um einige Meter größer und es formen sich sogar große Bögen aus dem Gestein. An manchen Tagen lohnen sich sogar Bootstouren und Helikopterflüge zu den Vulkanen, da dann die Lava zischen ins Meer fließt. Wir sehen davon leider nichts, aber pünktlich zum Sonnenuntergang sind wir wieder zurück am Jagger Museum. Von hier sieht man bei Dunkelheit nämlich, wie das Magmar in der Kraterröhre des Kìlauea den aufsteigenden Rauch glutrot verfärbt. Auch ein tolles Bild, zumal es bis dahin schon spektakulär ist, wie die Sonne hinter den Vulkanhügeln untergeht.

Blick auf Hauptkrater vom Jagger MuseumWanderung durch KraterAustrittskrater verschüttete Straße Krater im Dunkeln

Auch der nächste Tag steht im Zeichen der Vulkane. Etwa mittig auf der Insel ragt der Mauna Kèa auf. Er ist der größte Berg der Insel und – wenn man es genau nimmt und vom Meeresgrund aus misst– sogar der größte Berg der Welt. In schon beachtlicher Höhe liegt das Visitor Center, von dem aus eine Schotterpiste zum Planetarium auf dem Gipfel führt. Es wird dringend geraten Mietwagen, insbesondere solche ohne Allradantrieb, stehen zu lassen. Das tun wir auch und sprechen zwei Herren mit Jeep an. Der ausgewanderte Schweitzer und der junge Mann aus Hannover nehmen uns mit auf den Gipfel, bzw. zum Planetarium. Von dort führt ein kurzer, aber leicht ansteigender Fußweg auf den höchsten Punkt. Hier, weit über den Wolken, ist die Luft natürlich schon recht dünn, sodass der Weg zur Marathonstrecke wird. Der Ausblick ist es aber allemal wert. Wir blicken auf die Wolkendecke, auf die weiten Ebenen, über das Meer bis nach Maui und in die Krater am Hang des Vulkans. Dabei pfeift uns der Wind so kalt und schneidend um die Ohren, dass sich unsere mitgebrachten Winterjacken für Neuseeland als wahrer Segen entpuppen. Anschließend werfen wir noch einen kurzen Blick in den Eingangsbereich des Planetariums, wo einige Infos nachzulesen sind. Zurück am Visitor Center nehmen wir mit Aussicht und dankbar für die Mitfahrgelegenheit und die tolle Erfahrung unser Lunch ein. Dann geht es zurück nach Hilo an den Strand. Am Richards Beach laufen wir zum ersten Mal über schwarzen Sand, doch das tut dem Schnorcheln keinen Abbruch. Im Gegenteil: Wir sehen die größte Schildkröte, die uns bisher begegnet ist – bestimmt so groß wie Maiki, wenn nicht noch etwas mehr. Gemächlich schwebt sie vor uns durchs Wasser, steckt den Kopf zwischen die Felsen des Riffs und zieht ihn kauend wieder hervor – dabei würdigt sie uns kaum eines Blickes aus ihren schönen, klugen Augen, solang wir nur nicht allzu nah kommen. Waaahnsinn!!!

 Gipfel

Unser letzter Tag auf Big Island wird dem Regenwald gewidmet. Vom netten Schweitzer haben wir Tipp erhalten, uns einen der Botanischen Gärten anzusehen. Auf einem 4 Meilen Scenic Drive direkt an der Küste fährt man schonmal recht anschaulich unter Palmen und Bäumen voller Lianen hindurch. Der Tropical Botanic Garden liegt auf dem Weg und für 15$ p.P. erhält man Zugang zum Paradies. Ein Rundweg führt durch verschiedene Abteilungen, die aber so angeordnet sind, dass es kaum auffällt. Wunderschön leuchten die verschiedensten exotischen Blüten am Wegesrand oder aber auch als Parasit an anderen Baumstämmen, kleine Wasserfälle plätschern und stellenweise führt der Weg bis an die Klippen einer malerischen kleinen Bucht.

 

Den nächsten Regenwald finden wir an den Akaka Falls, nicht weit vom Garten entfernt. Für kleines geld läuft man hier einen kurzen Rundweg den Hang hinunter und hinauf und sieht dabei verschiedene Wasserfälle. Die eigentlichen Akaka Falls stürzen sich dann über viele Meter eine glatte Felswand hinab.

Akaka Falls

Bevor dann am Abend unser Flug nach Honululu /Oahu geht, fahren wir noch mal zum Richards Beach, entspannen ein wenig im Schatten der Bäume und dann geht’s zum Flughafen.

Kapaà, Kauaii (Hawaii): 24. August:

Sonntag, 25.08.2013

 

 

Aloha Hawaii ^^ Schon um 6Uhr morgens sind wir auf den Beinen und machen uns mit der Bart auf den Weg zum Flughafen, um nach Lihue (Kawaii) zu fliegen. Nach einer Zeitumstellung von weiteren drei Stunden und 5 Stunden Flugzeit landen wir schließlich und wollen nun unseren Mietwagen bei Alamo (günstig mieten mit Isic) abholen. Genial – wir haben das kleinste Auto reserviert und vom Parkplatzwächter einen großen SUV bekommen. Und so brausen wir gemütlich und höchst luxuriös den einzigen Highway der Insel entlang zum Kawaii Sands Hotel in Kapaà. Leider sind wir zu früh und unsere Zimmer noch nicht fertig, aber wer braucht das schon, wenn der Strand doch vor dem Haus liegt und nur darauf wartet, dass wir uns in die Wellen stürzen. Das Wasser ist herrlich, auch wenn unter den Wellen Steine und Korallensplitter verborgen sind. Doch wir genießen das kühle Nass und nachdem wir schließlich doch unser Zimmer beziehen können, fahren wir gleich zum nächsten Strand in Kapaà. Bei Safeway - ja, den gibt’s zum Glück auch hier - besorgen wir abends noch Essen und Proviant und dann werden die nächsten Tage verplant.

Hotelstrand

Was heißt verplant, wir sind auf Hawaii, und so beginnt der erste Tag endlich Mal zu einer vernünftigen Uhrzeit und mit einem kleinen Frühstück vom Hotel. Dann besteigen wir unsere Riesenkutsche und fahren in den Süden der Insel nach Poipu. hier gibt es unter anderem einen Meerwassergeysir zu besichtigen, darüber hinaus eine Sightseeing Route, die an bedeutenden Orten der Gegend vorbei führt: Eine Kirche, eine buddhistische Mission, ein Zuckerrohr-Denkmal, ein Botanischer Garten (Wucher!) – alles seeeehr bedeutend, aber für den ersten Tag ganz nett. Und dann gibt’s da natürlich auch noch den Poipu Beach Park wo wir beim Schnorcheln (Schnorchel haben wir im Gepäck, die Flossen sind bis Oahu ausgeliehen) die ersten wunderschönen Tropenfische betrachten können.

   Meerwasser Gesir Robbe im Poipu Beach Park Zurckerrohr Denkmal Ausblick am Highway

Der nächste Tag beginnt dafür wieder sehr früh. Wir fahren an die Nordküste, wo es die schönsten Schnorchelstrände gibt…und wo irgendwann einfach der Highway endet. An diesem Punkt – dem Keè Beach gibt es einen schönen, aber nicht ganz leichten Wanderweg, der 2 Meilen die bewaldeten Klippen der wunderschönen Na Pali Küste rauf und runter bis zu einem einsamen Strand führt. Theoretisch geht es noch 11 Meilen so weiter, aber das lassen wir bei der Hitze dann doch lieber bleiben – ist auch so anstrengend genug. Hinterher gönnen wir uns an einem Straßenstrand eine leeeckere Kokosnuss und fahren ein paar Meilen zum Haena Beach. Geht man von dort ein Stück den Strand entlang nach rechts, gelangt man zum Tunnels Beach, dem schönsten aller Schnorchelstrände. Einheimischen zu folge soll man dort in einem Graben sogar Riffhaie sehen können. Dieses Glück ist Jonas leider nicht vergönnt, doch es ist auch so paradiesisch schön hier. Die Krönung ist dann der Sonnenuntergang, den man wegen den Bäumen am Ende der Bucht zwar nicht gänzlich sehen kann, der aber dennoch sehr stimmungsvoll ist.

  Ausblick vom Wanderweg auf Keè Beach Sonnenuntergang am Tunnels Beach

Jaaa, man kann noch früher aufstehen – wir haben uns zu einem Ausflug entschlossen. Dieser soll uns auf einem Katamaran die Na Pali Küste entlang führen. Nur müssen wir schon um 8Uhr vor Ort sein und der ist natürlich eine ganze Autostunde entfernt – noch hinter Poipu. Dazu muss man aber sagen, dass wir in Kapaa sehr gut gelegen sind, denn innerhalb einer Stunde kann man sowohl den südwestlichsten als auch den nordwestlichsten Zipfel des Inselchens erreichen – die Straße hört an beiden Enden einfach auf. Die Katamaranfahrt wird natürlich von diversen Veranstaltern angeboten (geht auch noch teurer im Heli), aber wenn man die Preise vergleicht, stößt man wohl auf den günstigsten. Wir zahlen dabei 125$ für die Fahrt, Verpflegung und einmal schnorcheln. Und es ist herrlich!!! Der Blick auf die Täler der Na Pali Küste ist überwältigend, das Wasser glasklar, wir werden von Delfinen begleitet, entdecken immer wieder Schildkröten, fahren durch Wasserfälle in Höhlen hinein – schlichtweg ein rundum gelungener Halbtagesausflug!

. Na Pali Küste

Und da wir schon mal im äußersten Süden der Insel sind, fahren wir gleich noch auf den Scenic Drive des Waimea Canyons. Der ist natürlich nicht so groß wie der Grand Canyon, aber genau so entstanden und daher ebenso schön und beeindruckens – nur halt nicht nur in Erdtönen, sondern auch reichlich grün dazwischen. An mehreren Aussichtspunkten halten wir an und genießen den Ausblick, darunter einer der nassesten Punkte der Erde. Zwei Ausflüge also, die sich sehr gut verbinden lassen und die unseren Tag einfach unvergesslich schön gemacht haben.

 Waimea Canyon

Den nächsten Tag verbringen wir mit Strand-Hopping. Wir starten aber erst am Kilauea Leuchtturm, wo sich ein Vogelschutzgebiet befindet. Für kleinen Eintritt – oder aber wie bei uns  kostenlos mit Nationalpark Jahrespass – kann man sich hier ein wenig mit den heimischen Seevögeln beschäftigen und kleine Küken im Gebüsch entdecken.

Dann fahren wir zum Anini Beach, der sich laut Broschüre gut zum Schnorcheln eignen soll. Viel zu sehen gibt es hier fürs erste nicht, bis sich zwei große Meeresschildkröten in unser Blickfeld wagen, eine davon über einen Meter groß. Gemächlich fressen die zwei das Seegras ab. Ein tolles Bild.

Weiter geht es zu einem kurzen Stopp in der Hanalei Bay, doch wir fahren direkt weiter, noch mal zum Tunnels Beach (den Haena Beach ein paar Meter rechts runter laufen). Dieser wird uns sicherlich als einer der schönsten Schnorchelstrände unserer Reise in Erinnerung bleiben. Wir lassen den Abend am Kee Beach ausklingen, wo wir noch mal ein wenig schnorcheln und abschließend den Sonnenuntergang in seiner ganzen Pracht anschauen. Pünktlich, quasi Sekunden danach, fängt es an zu schütten, dass man kaum noch den Highway sehen kann und ebenso pünktlich zum Abendessen auf der Terrasse des Italieners, hört es auch wieder auf ^^

Leuchtturm Vogelfelsen Keè Keè Keè

Letzter Tag auf Kauaiì – am Abend geht unser Flug nach Big Island. Wir räumen also unserHotelzimmer und erkunden noch ein wenig die nähere Umgebung. Ein schöner Trail führt durch den Dschungel vor Kapaà zu den Hopi Wasserfällen (Jurassic Park Szene – einer der wenigen Drehorte, der nicht auf Privatbesitz gelegen ist). Den oberen Wasserfall übersieht man leicht, am unteren kann man sogar schwimmen, was wir uns natürlich nicht zweimal sagen lassen – wann kann man schon mal unter einem Wasserfall baden?! Anschließend fahren wir ein paar Meilen den Highway 580 entlang. Dort liegen die Opaeka Wasserfälle und der Nachbau eines althawaiianischen Dorfes.

DschungelwanderungHawaiianisches Dorf

Und damit verabschiden wir uns von der Garteninsel Kauaiì und und fliegen auf die eingetliche Hawaii-Insel.

 

 

Berkeley/ San Francisco: 23. August

Sonntag, 25.08.2013

 

 

 

Wir sind ja sooo gut und solch vorbildliche Bürger der Bundesrepublik Deutschland ;) Wir gehen heute wählen – per Kurier wurden unsere Wahlunterlagen an die Deutsche Botschaft in San Francisco versandt und liegen nun für uns bereit. Also führt und unser erster Weg heute zur Botschaft, einem hübschen Backsteingebäude mitten in SF. Nach Passkontrolle und Formalitäten erhalten wir die roten Umschläge und halten noch ein nettes Schwätzchen mit unserer Ansprechpartnerin (auch für Hawaii). Das wars auch schon. Auf zum nächsten Programmpunkt: es ist unser neunter Jahrestag und wir wollen – dem köllschen Brauch entsprechend – an der Golden Gate Bridge ein Schloss anbringen. Aber finde mal in einer großen Stadt wie SF einen Laden, in dem Vorhängeschlösser verkauft werden… ist ja nicht so, als könnte man in den hiesigen Supermärkten alles kaufen, was das Herz begehrt :P Aber irgendwann haben wir auch dieses Problem gelöst und stehen auf der Brücke. Dort hängt nun am Geländer ein kleines silbernes Schloss mit unseren Namen und dem heutigen Datum darauf *seufz*

Leider bleibt nun keine Zeit mehr, um Isa und Chris noch mal kurz zu treffen, denn in unserem Zimmer wartet noch ein riiieesiger Berg Wäsche auf uns und Jonas hat – mal wieder – einen Frisörbesuch nötig. Bei der Gelegenheit frankieren wir noch unsere Wahlbriefe mit gefühlt hundert Marken und bemitleiden unseren armen Oberbürgermeister, der jetzt mit „Justice“, „Freedome“, „Equality“ und „Liberty“ – Aufdrucken zugeballert wird J

Und viel zu spät fallen wir schließlich ins Bett.

Carson City/ Lake Tahoe: 21 -22. August

Sonntag, 25.08.2013

 

Nach einem schnellen Frühstück verlassen wir Chris` Verwandte und fahren wieder eine längere Strecke bis nach Carson City, wo wir am späten Nachmittag im Americas best Inn einchecken.

Am nächsten Morgen fahren wir dann zum Lake Tahoe. Dieser wunderschöne See liegt in den Staaten Nevada und Californien und ist umgeben von Wäldern und Bergen. Den Besuchern bietet er mehrere kleine Sandstrände, aber auch kleine steinige Buchten. Anstatt am schönsten Sandstrand 12$ Eintritt zu bezahlen, fahren wir ein Stück die Straße in Richtung Süden entlang und kraxeln schließlich von einem kleinen Parkplatz aus einen Trampelpfad zum Ufer hinunter. Schon vom Hang aus ist deutlich zu sehen, wie klar das Wasser ist. So sitzen wir dann gemütlich auf großen Steinen und lassen die Füße ins Wasser baumeln. Und da das Wasser nicht sooo kalt ist wie erwartet, hüpfen wir schließlich sogar hinein. Weiter fahren wir schließlich an die Emerald Bucht. Diese ist eines der bekanntesten Fotomotive der USA, doch leider ziehen auch hier Rauchschwaden von einem Waldbrand durch die Luft und trüben die sonst so herrliche Aussicht.

Also steigen wir noch ein letztes Mal ins Auto und legen die letzten Kilometer nach Berkeley zurück. Auf Grund des verhältnismäßig schönen Wetters zeigen wir Isa und Chris noch schnell die Aussicht vom Berkeley Hafen. Dieses mal ist der Blick auf San Francisco, die Golden Gate Bridge und die Bucht sehr viel besser und schöner, als bei unserem letzten Besuch hier vor knapp vier Wochen. Auch am Northface Outlet stoppen wir noch mal kurz, um uns erneut mit Trekkingsocken einzudecken – die haben sich bisher wirklich gut bewährt!

und dann heißt es Abschied nehmen, als Isa und Chris uns bei einer Bekannten von Jonas absetzen, bei der wir für die letzten zwei Nächte schlafen können. Und am Abend treffen wir uns noch mal mit Jonas Kommilitonen (andere Besetzung als beim letzten mal) und gehen in einer Bar was trinken.

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